Gefährlicher Fußballplatz: Muss erst was passieren?

Auf dem Grandplatz an der Bodenstedtstraße finden regelmäßig auch Pflichtspiele statt. Teutonia-Trainer Ralf Pantelmann: „Ich weise den Schiedsrichter immer auf den Zustand des Platzes hin. Wenn er dann spielen lässt, liegt es in seiner Verantwortung.“

Grandplatz Bodenstedtstraße:Felsbrocken und Steine

Von Christiane Handke.
Er ist wohl der gemeinste Fußballplatz im ganzen Bezirk Altona: der Grandplatz von Teutonia 1910 an der Bodenstedtstraße. Ein Fußballer hat sich dort schon den Schädel aufgeschlagen. Jetzt fragen sich Vereinsvorstand und Jugendwart: „Muss es erst zu einem wirklich schweren Unfall kommen, bevor der Platz saniert wird?“
Überall arbeiten sich durch die hauchdünne Schicht des Belags Steine, Schutt und Fels-brocken, die darunterliegen. Teilweise sitzen sie bombenfest im Boden, einige mit scharfen Kanten. „Die Jüngsten aus unserem Verein lassen wir hier gar nicht mehr trainieren“, sagt Ralf Pantelmann, Trainer der 1. A-Jugend, „die üben nur auf dem Rasenplatz, sie sind auch noch so leicht, dass der Rasen das verkraftet. Sonst muss der Platz für die Punktspiele geschont bleiben.“
Die 16-bis 17-Jährigen sind beim Training auf den Grandplatz angewiesen. Pantelmann: „Diese Jungs sind ja unglaublich schnell... wenn die sich verkanten und über oder auf einen Stein knallen, kann das schlimme Folgen haben.“
Dehalb findet das Training oft auf verkleinerter Fläche statt, obwohl theoretisch der ganze große Fußballplatz zur Verfügung steht; der Jugendwart hat die besonders steinigen Ecken zur No-Go-Zone erklärt. Zu gefährlich.
Der Fußballplatz gehört der Stadt, seine Pflege liegt in der Verantwortung des Bezirks. Bezirk und Sportamt berufen sich auf eine Begehung im Frühjahr: Der Platz sei „funktionsfähig“. Ein Gutachten bescheinigt ihm einen „Pflegezustand von 87 Prozent“: „Anlage für den Leis-tungssport geeignet, technisch in Ordnung“. Das war allerdings vor sieben Jahren.
Eine Anfrage des Wochenblatts ergibt: Weder weiß das Sportamt, wann der Fußballplatz gebaut wurde, noch ob er jemals grundsaniert wurde. In den letzten Jahren ist kein Cent in den Platz geflossen, außer für die „regelmäßige Bewirtschaftung“: Ein Arbeiter kommt, lockert den Belag auf, schiebt ihn hin und her und ebnet ihn dann wieder ein.

Grand-Sanierung oder Kunstrasen
Die meisten Sportvereine wünschen sich einen Kunstrasenplatz. Vorteil: Dem Kunstrasenplatz macht das Wetter nichts aus - er ist bei Regen, Schnee und Sonnenschein bespielbar, ohne dass es Staubwolken oder Pfützen gibt. Nachteil: Er ist teuer in der Anschaffung, kostet knapp eine halbe Million Euro. Und er hält nur etwa 12 bis 15 Jahre. Einen Grandplatz (neu) anzulegen kos-tet etwa 300.000 Euro – er ist wetterempfindlicher als ein
Kunstrasenplatz, kann zum Beispiel im Wnter bei Schnee nicht bespielt werden und staubt in trockenen Sommern. Allerdings hält er praktisch ewig. Im Bezirk Altona gibt es zwei Kunstrasenplätze in Blankenese, und einen am Hemmingstedter Weg in Klein Flottbek. Ein weiterer Kunstrasenplatz des SC Sternschanze wurde noch zu Zeiten auf den Weg gebracht, als die Schanze noch zu Eimsbüttel gehörte. Gebaut wurde er unter Altonaer Aufsicht.
Der Altonaer Kernbereich hat keinen Kunstrasenplatz. CH
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