Gedenkjahr für Kapitän Gustav Schröder

Nach der Messe gingen viele Kirchenbesucher mit zum „Papageienfischland“.
Hamburg: Kirchenstraße | Sichtbar ergriffen von den vielen Eindrücken, erzählte Pastor Michael Fridetzky (Hauptkirche Altona St. Trinitatis), in der Evangelischen Sonntagsmesse von seinem letzten Besuch in Yad Vashem (Israel), dem Ort des Gedächtnisses, der an die Schrecken des Holocaust erinnert. Damit läutete er das Gedenkjahr für Kapitän Gustav Schröder (1885-1959) ein, dem Retter jüdischer Flüchtlinge.
„Vom 5. Mai 2013 an lassen wir für ein Jahr das Gedächtnis an Kapitän Gustav Schröder lebendig werden. Wir feiern Gottesdienste, bieten Führungen und Filmvorstellungen an, sammeln Dokumentationsmaterial für eine Ausstellung und wollen erreichen, dass für Kapitän Schröder ein würdiges Denkmal errichtet wird. Die Bezirksversammlung Altona unterstützt die Initiative, die vom Verein „Papageienfischland“ ausgegangen ist, und ruft Unternehmungen, Stiftungen und Institutionen auf, diese Initiative zu fördern und sich dem Engagement der Initiatoren Leonid Rosin und Zinaida Dimitiouk anzuschließen und sie zu fördern. In Altona hat Gustav Schröder als Kapitän gelebt und bei einer Hamburger Reederei gearbeitet. Fast 1.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder hat er 1939 durch sein mutiges persönliches Engagement gerettet. Mit seinem Passagierschiff „St. Louis“ brachte er Flüchtlinge, deren Einreise von Kuba und den USA verweigert wurde, nach langer Irrfahrt in Antwerpen sicher an Land. Kapitän Schröder hat nach dem Krieg das Bundesverdienstkreuz erhalten und ist nach seinem Tod 1959 vom Staat Israel in dem Kreis der „Gerechten unter den Völkern“ aufgenommen worden", so Pastor Michael Fridetzky.
Aus Yad Vashem brachte er etwas mehr als eine Handvoll Erde, einen Stein und zwei Kiefernsetzlinge mit, die nach der Messe mit den Kirchenbesuchern im „Papageienfischland“(Kirchenstraße) mit anderen Pflanzen eingepflanzt wurden. Im Tausch dafür hatte er aus Deutschland aus dem Fischmarktviertel Stockrosensamen in Yad Vashem verstreut und hofft, dass sie dort in zwei Jahren blühen werden. „Dann haben die was von uns, hier vom Fischmarkt, und wir haben zur Erinnerung die Erde, den Stein und die Kiefersetzlinge“, erzählte Fridetzky. Zum Schluss verlieh er dem Gründer Leonid Rosin eine Ehrennadel für sein Engagement und seine Mühe, die mit großer Freude angenommen wurde. Ein Lob auch für die Pflege, damit das "Land der guten Nachbarschaft" weiterhin aufmerksam machen kann, dass nicht gegeneinander, sondern miteinander zu leben richtig ist, und das Gegeneinander zerstören kann.
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