Gartenpflege brutal?

"Wie ein Tornado" Bäume und Büsche gekappt.

Ich habe bitterlich geweint“, sagt Auguste Kadler, Mieterin in der Königstraße 42. Immer noch treten ihr die Tränen in die Augen, wenn sie aus dem Fenster guckt: Die alten Büsche, Jahrzehnte alte Bäume im Hof, sämtliches Grün – alles weg. Nur noch Stümpfe sind zu sehen, dazwischen jede Menge kahle Erde. Die Meisen und andere Vögel, die in dem Miniwäldchen lebten, sind mit den Bäumen verschwunden. „Als wenn ein Tornado übers Grundstück gefegt wäre“, schildert Kadler den Anblick. „Das ist doch gar nicht wieder gut zu machen!“
Was ist da passiert? Das Wochenblatt spricht mit Martin Prignitz, Geschäftsführer der MPV-Immoservice, die Hausmeisterdienste in dem Haus
leistet. Prignitz war am Tag des „Baum-Massakers“ selbst vor Ort und beschwichtigt: Der
Rückschnitt sei „sach- und fachgerecht“ geschehen. Die Bäume, alle mit einem so geringen Umfang, dass sie ohne Genehmigung gefällt werden konnten, seien „gar keine Bäume“ gewesen, sondern in die Länge gewachsenes Buschwerk. „Spargeltarzane, Sämlinge, die aufgeschossen waren und in deren Schatten am Boden nichts mehr wächst. Da ist 30 bis 40 Jahre gar nichts gemacht worden“, erklärt er. Er könne zwar nachvollziehen, dass die Mieter traurig sind, aber bis zum Herbst seien die Büsche wieder begrünt, und bald stünde alles wieder „zwei und drei Meter, bis zu vier Meter hoch“. Und die Vögel würden auch wiederkommen. Solange könne man „ja in einer Ecke des Hofs ein paar Zweige liegenlassen – für die Bodenbrüter.“
Trotz aller Beteuerungen: Prignitz hat nicht nur die Mieter aufgebracht. Auch die Vertreter der Hausverwaltung, die ihren Sitz in Hannover hat, sind entsetzt. Eine Sprecherin möchte angesichts eines drohenden Rechtsstreites ihren Namen nicht nennen, äußert sich aber deutlich: „Das war ein wunderschöner Garten mit Bäumen und alten Büschen. Der Auftrag wurde nicht in der Form erteilt, wir hatten lediglich darum gebeten, die Einfahrt ein wenig freizuschneiden.“
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