Galerie und Café KunstNah müssen schließen

Rote Stühle an der Großen Bergstraße 160: Hier ist das Café KunstNah.

Tief in den roten Zahlen.

Galerie und Café Kunst-Nah in der Großen Bergstraße machen zum 31. Dezember dicht, eventuell sogar früher. Der Grund: Der Betrieb rutscht immer weiter in die roten Zahlen. Zurzeit werden Nachmieter für die knapp 300 Quadratmeter großen Räume gesucht. Mietkosten: rund 4.500 Euro im Monat.
Kunst-Nah - das war keine Galerie wie jede andere, sondern ein Projekt, das nur Gutes versprach. 2007 vom Beschäftigungsträger Koala e.V. in leer stehenden Räumen in der Großen Bergstraße gegründet, sollte es vier Fliegen mit einer Klappe schlagen:
1. Menschen, die sonst nicht viel mit Kunst zu tun haben, an diese heranführen - in der Fachsprache: „Einen niedrigschwelligen Zugang zur Kunst bieten.“
2. Künstlern Gelegenheit bieten, ihre Werke auszustellen und zu verkaufen.
3. Langzeitsarbeitlose mit einem Ein-Euro-Job versorgen.
4. das damals noch als sehr problematische geltende Umfeld Große Bergstraße verbessern.
Erreicht werden sollte das durch die Kombination von Café und Galerie unter einem Dach. Sechs schwer vermittelbare Arbeitslose aus dem Bereich Kunst und Kultur arbeiteten als sogenannte „Aktivjobber“ in der Galerie mit.
2010 zog KunstNah um und wurde Untermieter des Vereins „Kulturetage Altona“. Erste Pleite-Gerüchte kursierten schon damals und verdichteten sich 2011. Hintergrund: Die Bundesregierung plante, die Mittel für Ein-Euro-Jobs massiv zu kürzen.
Aus Plänen wurden Fakten - und KunstNah bekam die Folgen ungebremst ab. Seit dem 1. Januar 2012 gibt es in der Galerie keine geförderten Jobs mehr für Arbeitslose; die fünf Mitarbeiter sind regulär beschäftigt. Und der Laden läuft nicht.
„KunstNah stellte sich wohl einfach als nicht finanzierbar heraus“, sagt Betriebsstättenleiterin Edeltraud Mierswa. „Das ist sehr traurig, wir waren mit Herzblut dabei.“
Doch die Räume werden wohl nicht lange leer stehen. Drei Bewerber wollen das Café mit dem über eine Treppe erreichbaren Galerie- und Veranstaltungsraum mieten. Künstler? „Naja... Kreative“, antwortet Paul Pauksch vom Vermieter Kultur-etage Altona e.V..
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