Gärtnern im Volkspark

Im Gemeinschaftsgarten des Volksparks können Bürger nicht nur das Gärtnern lernen. Edouard van Diem, hier mit seinen Bienen, will mit seinen Aktivitäten im Volkspark auch ein soziales Netzwerk schaffen. (Foto: tp)
Von Thomas Pöhlsen. Zurück zu den Wurzeln des Altonaer Volksparks will Edouard van Diem. Er ist die treibende Kraft hinter dem „Tutenberg-Institut für Umweltgestaltung“ (TIfU). Benannt ist der eingetragene Verein nach dem Schöpfer des Volksparks, Ferdinand Tutenberg. Einen Gemeinschaftsgarten hat der Zusammenschluss der Naturfreunde geschaffen, der durch einen langfristigen Pachtvertrag mit dem Bezirk abgesichert ist.
Edouard van Diem ist der erste Vorsitzende des 56 Mitglieder starken Zusammenschlusses. Bürger können dort sechs bis 24 Quadratmeter große Beete nach ihren Vorstellungen beackern. 27 Hobby-Gärtner nutzen derzeit diese Chance. Sie können auch Gärtnerkurse besuchen, die TIfU anbietet.
Die Selbstversorgung der Bürger mit Obst, Gemüse und Kräutern ist für den studierten Erziehungswissenschaftler nur ein Aspekt. „Ich will soziale Netzwerke schaffen“, erklärt Edouard van Diem, der sich auch als „Bio-Trendscout“ bezeichnet.
Gegärtnert hat er schon immer. Heute hält der Mann mit der sanften Stimme Vorträge, leitet Workshops. So einer kann gar nicht ohne immer neue Ideen sein. In zwei bis drei Jahren, so hofft Edouard van Diem, steht auf dem Vereinsgelände ein Strohballenhaus. „Das hat Passivhaus-Qualität“, erklärt der agile Mann. „Die in Vergessenheit geratenen Techniken sind den modernen häufig überlegen.“
Dazu gehört auch die traditionelle Imkerei. Bei Edouard van Diem bauen sich die Bienen in Holzkisten ihre Waben selber. Das senkt zwar den Ertrag von etwa 40 auf 15 Kilogramm. Er muss aber nur acht- bis neunmal im Jahr bei seinen Kisten vorbeischauen. Und der Honig wird nicht geschleudert, sondern durch ein Tuch abgeseiht. Außerdem sind die Tiere so friedlich, dass Edouard van Diem sich ihnen ohne Schutz nähern kann.
Seine Völker stehen nicht nur im Volkspark, der Hafencity und neben dem Kindergarten der Luruper Auferstehungskirche. „In der Stadt kann man besser Imkern als auf dem Lande“, erklärt der Bahrenfelder. Hier gebe es viele Nischen mit Bäumen und Blumen in den Balkonkästen. Edouard van Diem ist immer auf der Suche nach neuen Plätzen für seine Völker.
Kontakt: Tel 89 06 29 23 und www.umweltgestaltung.org
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1 Kommentar
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Angela Banerjee aus Altona | 27.10.2011 | 12:24  
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