Gängeviertel jetzt ganz unter Schutz

Denkmalschutz für das Gründerzeitgebäude in der Speck-straße 83-87: Kultursenatorin Barbara Kisseler (r.) und Gängeviertel-Sprecherin Christine Ebeling legten selbst Hand an. (Foto: cvs)
Von Christopher von Savigny.
Das Schild ist nur wenige Quadratzentimeter groß, doch es erfüllt einen wichtigen Zweck: Am „Speckhaus“ des Gängeviertels hat Kultursenatorin Barbara Kisseler jetzt eine Denkmalschutzplakette angebracht. Damit stehen nach der „Schier's Passage“, der „Fabrik“ und den spätgründerzeitlichen Etagenhäusern der Caffamacherreihe nun alle zwölf historischen Gebäude des Gängeviertels unter Denkmalschutz.
„Mit der Eintragung des Gängeviertels in die Denkmalliste ist eine solide Grundlage für eine denkmalgerechte Sanierung geschaffen worden“, so Kisseler. „Die lebendige kulturelle Nutzung dieses Denkmals kann wesentlich dazu beitragen, geschichtliche Werte auch an jüngere Generationen zu vermitteln.“
Knapp zweieinhalb Jahre nach der friedlichen Besetzung durch eine Künstlerinitiative sind somit die Weichen für eine Sanierung des historischen Viertels gestellt: Im Januar sollen die Planungen beginnen, im Frühjahr könnte es dann mit den Bauarbeiten losgehen. Insgesamt sollen 79 Wohnungen entstehen oder wieder hergerichtet werden, dazu kommen Atelierflächen, Proben- und Veranstaltungsräume. Die Stadt Hamburg bezuschusst die Bauarbeiten mit 20 Millionen Euro. Später soll die Künstlergenossenschaft die Verwaltung des Ensembles übernehmen.
Viele der Häuser im Gängeviertel stammen noch aus der Gründerzeit, das heißt, sie wurden um 1870 herum gebaut.
„In ihrem weitgehend originalen Zustand sind die Bauten aus geschichtlichen Gründen denkmalwürdig und weil sie für das Stadtbild charakteristisch sind. Zeittypisch entstanden sie als Bebauung aus einem Guss vom selben Bauherren und selben Architekten. Ihre dekorative Gestaltung und Wohnungen sind typisch für ihre Zeit“, schreibt das Denkmalschutzamt.
Durch die Unterschutzstellung hoffen die Beteiligten auch darauf, das Viertel langfristig vor Immobilienspekulanten zu schützen.
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