Fußgänger müssen die Gehwege benutzen

Ob das auch passt? Harkortstraße.
So steht es in der Straßenverkehrsordnung, und der Gehweg muss eine Mindestbreite von 2,50 Metern haben. Die Breite ergibt sich aus dem sogenannten „Begegnungsfall“. Es könnte ja sein dass sich zwei Fußgänger begegnen und auch noch Einkaufstaschen dabei haben. In Altona sieht man das nicht allzu eng, ein Meter muss da reichen, dann passt die Harley Davidson durch. Im Begegnungsfall von mehreren Radfahrern, auf dem nur ein Meter breiten Fußweg an der Harkortstraße Ecke Brauereieinfahrt, ist man auch noch nicht im roten Bereich. Alles normal. Schilder wie „Radfahrer absteigen“ oder „Langsam fahren“ findet man hier nicht.

Kostenloses Situationstheater (wie von Jacques Tati) gab es, als ein Herr, der auf einer Sackkarre ein großes Paket vor sich herschob und eine Frau mit Kinderwagen, in der Mitte des Fußweges aufeinandertrafen. Es war zu eng um aneinander vorbeizukommen. Keiner wollte nachgeben und rückwärts platzmachen. Hinter der Frau stauten sich weitere Fußgänger und Radfahrer so dass der Herr mit der Sackkarre schließlich mit einer Übermacht konfrontiert war und zurückwich. Wer Bürgernähe mit Körperkontakt sucht ist hier goldrichtig.

Meine vorgeschlagenen "Beschilderung" des nicht der StVO entsprechenden Gehwegs ist leider nicht anordnungsfähig, weil die rechtlichen Voraussetzungen gemäß Straßenverkehrsordnung nicht erfüllt waren. Ich wollte eine Seite des Gehwegs für Rad- und Motorradfahrer in Südrichtung sperren lassen, da der Gehweg auf der anderen Seite schon für Radfahrer in südlicher Richtung freigegeben ist. Für Fußgänger ist dieser westliche Gehweg gesperrt worden. Jetzt kommt es natürlich zu gefährlichen Begegnungen auf dem östlichen „Gehweg der Zusammenkunft“.

Auch ist es nicht ersichtlich wie hier Einsätze der Feuerwehr und des Rettungsdienstes ablaufen sollen. Es ist nicht nur auf dem Gehweg eng geworden, die Fahrbahn wird auch nach Belieben voll oder halbseitig gesperrt. Es parken Baumaschinen auf der Straße und es wird dort Material gelagert. Zusätzlich wird auch der Gehweg bei Erdarbeiten, die oft stattfinden, abgesperrt. Bauarbeiter stellen die Absperrungen und Straßenschilder nach Bedarf um und lagern Baumaterial neben dem Fußweg. Auf Taxis oder Paketdienste wartet man oft vergeblich, da viele an der Anfahrt verzweifeln oder auf der schmalen Straße nicht wenden könnten. Im Moment ist die nördliche Harkortstraße nur über die Stresemannstraße von Westen her erreichbar. Andere Zufahrten sind wegen Baustellen gesperrt.

Die Fotos habe ich am Samstagvormittag innerhalb von zehn Minuten gemacht. Wochentags, wenn zusätzlich noch Berufstätige unterwegs sind und viele Menschen mit ihren Paketen zum Postamt wollen oder von dort kommen, sieht es nicht besser aus. Etwas leerer ist es in letzter Zeit geworden, denn Menschen mit Handicap trauen sich nicht mehr in die Harkortstraße. Die „planlosen“ Bauarbeiten von „Vattenfall“ und für die „Neue Mitte Altona“ werden noch Monate und Jahre andauern.
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