Fußballvater vor Gericht

Hulisi C. steht wegen Körperverletzung vor dem Richter im Amtsgericht Altona - an seiner Seite sein Anwalt Kai Steingräber.

Hulisi C. verpasste dem Schiedsrichter eine Kopfnuss – Anklage wegen Körperverletzung.

Von Wolfgang Westphal.
Hulisi C. (45) steht wegen Körperverletzung vor Gericht. Er soll Kai-Uwe S. (48) am 20. Mai 2012 eine solche Kopfnuss verpasst haben, das S. eine Risswunde in der Mundhöhle und eine Prellung des Jochbeins davontrug – gewalttätiges Ende eines Fußballspiels auf dem Sportplatz Othmarscher Kirchenweg. Angetreten waren die B-Jugendmannschaften von Altona 93 und Vorwärts Wacker Billstedt.
Das Desaster begann damit, dass an jenem Tag der Schiedsrichter nicht erschien. Man einigte sich darauf, Kai-Uwe S., Trainer von Vorwärts Wacker Billstedt, das Spiel pfeifen zu lassen – ein Spiel, das sich von Beginn an durch jede Menge Fouls und Beleidigungen auf dem Platz auszeichnete. Und S. scheint mitgemacht zu haben: Statt als Schiedsrichter zu de-eskalieren, beschimpfte und verhöhnte er die Spieler beider Mannschaften derart, dass vor allen den „gegnerischen“ Altonaern der Frust immer mehr zu Kopf stieg.
Nach dem Spiel – das sie haushoch verloren – kochte die angestaute Wut über: Die Altonaer bepöbelten, bespuckten und bedrängten den Schiedsrichter auf übelste Weise. Kai-Uwe S. reagierte, indem er einem Altonaer Spieler einen Kopfstoß gab. Worauf der Vater des Jungen, der nun angeklagte Hulisi C., zuschlug und dem Schiedsrichter die Kopfnuss verpasste, die ihn jetzt auf die Anklagebank des Altonaer Amtsgerichts führte.
Die Polizei nahm das Ganze zu Protokoll. Kai-Uwe S. und Hulisi C. zeigten sich gegenseitig an. Das Sportgericht entzog S. für zwei Jahre die Schiedsrichterlizenz, sein Verein legte ihm einen kompletten Rückzug nahe. Ende 2013 wurde er da-rüberhinaus zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt.
Hulisi C. bekam die Auflage, den Spielen seines Sohnes zwei Jahre lang fernzubleiben. Ob eine Verurteilung auf ihn zukommt, bleibt noch offen: Die Verhandlung im Amtsgericht Altona wird fortgesetzt.
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