Fußballfans am Tresen

Die Blankeneser Arzthelferin Andrea Bock jubelt beim ersten deutschen Tor, strahlend unter schwarz-rot-goldenem Kopfschmuck. (Foto: mars)

Gestern beim Griechen, morgen beim Italiener. Das Wochenblatt während der EM zu Gast in Kneipen und Restaurants.

Von Marcus Schmidt und Christopher von Savigny.
Trotz aller Euro-Hakeleien: Politik war kein Thema am vergangenen Freitag, als Deutschland und Griechenland in der Fußball-EM gegeneinander antraten. Ortstermin im griechischen Restaurant „Spiros & Spiros“ an der Sülldorfer Landstraße: Auch als Kanzlerin Angela Merkel auf dem Bildschirm erscheint, blieb die Stimmung locker.
Wirtssohn Janni Spiros meldete „volles Haus“. Andrea Bock jubelte beim ersten deutschen Tor, strahlend unter schwarz-rot-goldenem Kopfschmuck. Der Hausherr hat dagegen keine Zeit: „Ich denke jetzt kaum an Fußball, muss meine Gäste bedienen.“
Auch die Taverne „Olympisches Feuer“ am Schulterblatt ist brechend voll. Inhaber Konstantin Diamantopoulos höchstpersönlich macht den Türsteher und passt auf, dass sich keiner mehr reinquetscht. „Schon seit Sonntag ist alles ausgebucht“, sagt er und tippt auf ein 1:0 für sein Heimatland. „Deutschland hat die besseren Einzelspieler, wir die bessere Mannschaft!“
Drinnen scharen sich rund 300 Fußballverrückte vor sechs Fernsehern und einer Großbildleinwand. Das Spiel läuft, die Griechen halten sich wacker, auch wenn Deutschland Chancen im Minutentakt hat. „Hellas, Hellas“, brüllt die Menge und schwenkt griechische Fahnen. Auch Despina, Chris, Eleni und Mersina, weiß-blau geschminkt und mit Griechenland-Trikots, tippen auf ein 1:0. An der Begeis-terung ändert sich auch nichts, als ärgerlicherweise Deutschland das erste Tor macht.
Ortswechsel in der Halbzeitpause: Bei „Jota & Jorgos“ in der Gustav-Falke-Straße geht es weitaus gesitteter zu – überwiegend Deutsche, die gemütlich zu Abend essen und zwischendurch einen Blick auf den Bildschirm werfen. „Wir wollten einfach die Stimmung genießen“, berichtet Christa Ilic, die mit Mann und zwei Töchtern gekommen ist. Der griechischstämmige Wirt Georgios Efthimiadis gibt sich komplett unpatriotisch: „Ich will, dass Deutschland gewinnt, damit der Umsatz stimmt“, sagt er. Deutschland gewinnt - der Umsatz stimmt.
Am Donnerstag, 28. Juni, gibts Vino statt Ouzo - dann gehts zum Italiener: Um 20.45 Uhr treffen die deutsche und die italienische EM-Mannschaft aufeinander.
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