Friedhof wird Park

Der Friedhof Bornkamp ist nur zu 20 Prozent ausgelastet. Nur wenige Menschen haben zu ihm Bezug - es gibt kaum Wohnhäuser in der unmittelbaren Umgebung. Und der Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr ist schlecht.

Friedhof Bornkamp soll aufgegeben werden

Rund 1.700 Menschen, deren verstorbene Verwandten auf dem Friedhof Bornkamp ruhen, haben in den letzten Wochen Post erhalten: „Der Friedhof konnte seit mehreren Jahre nicht mehr kostendeckend betrieben werden. Deshalb musste der Ev. Luth. Kirchengemeindeverband Altona als Träger der Evangelischen Friedhöfe Altona leider beschließen, den gesamten Friedhof Bornkamp mittelfristig still zu legen... Von diesem Beschluss betroffen ist auch die von Ihnen genutzte Grabstätte.“
In anderen Worten; der Friedhof Bornkamp wird aufgegeben. Warum? Was bedeutet das für die, die dort Gräber haben? Und was geschieht auf lange Sicht mit dem 9,5 Hektar großen Gelände an der Ecke Bornkampsweg/Holstenkamp ?
Zum Kirchengemeindeverband Altona gehören vier Friedhöfe: Bornkamp, Bernadottestraße, Diebsteich und Holstenkamp. Das sind zu viele. Kerstin Harriehausen, die im Kirchengemeindeverband die kaufmännische Leitung innehat: „Die Friedhöfe sind im 19. Jahrhundert angelegt worden, als der Flächenbedarf viel größer war als heute.“
Heute sind die Friedhöfe nicht ausgelastet. Auf dem Friedhof Bornkamp, rund 9,5 Hektar groß, sind nur 20 Prozent der Fläche mit Gräbern belegt. Das rechnet sich nicht.
Was bedeutet die Nachricht für die Grab-Inhaber? Sie haben die Wahl: Sie können ihre Angehörigen dort lassen, wo sie sind, oder kostenlos umbetten lassen. „Zwangsumbettung gibt es nicht“, beruhigt Harriehausen. Verwitwete dürfen weiterhin ihren Anspruch auf ein Grab neben dem Ehepartner wahrnehmen. Doch darüberhinaus wird auf dem Friedhof Bornkamp niemand mehr zu Grabe getragen.
Wenn die Ruhezeit von 25 Jahren für alle Gräber abgelaufen ist, soll das Gelände, ähnlich wie der Friedhof Norderreihe (Wohlerspark) in das Eigentum der Stadt überwechseln und zur Grünfläche - mit Grabsteinen - werden.
Bebaut werden wird die Fläche Bornkamp nicht. In den Planungen zur neuen „Mitte Altona“ ist das Gelände als Grüngürtel schon eingeplant. Und: Ganz in der Nähe, in der Ruhrstraße 113, füllt die Firma Gerling, Holz & Co (GHC) gefährliche Gase ab und lagert sie. Deswegen ist einem Radius von 500 Metern Wohnungsneubau verboten.
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