Foto- und Begegnungsprojekt verbindet Kunst mit sozialem Engagement

Portraitfotografien gaben Flüchtlingen ein Gesicht und ihrer Geschichte eine Stimme.
 
Das Begegnungsdinner ließ die Teilnehmer sprichwörtlich über den Tellerrand blicken.

Das Foto- und Begegnungsprojekt DEIN NÄCHSTER baut Brücken auf eine ganz besondere Art. Von Januar bis März brachte es mehreren Hundert Besuchern im Hamburger Schanzenviertel die Flüchtlingsthematik auf eine bisher einzigartige Weise näher.

Begegnungen schaffen, Barrieren abbauen und zur Mithilfe anregen – drei Ziele und drei Veranstaltungsabende. Das Konzept des Foto- und Begegnungsprojekts DEIN NÄCHSTER setzt das Thema Integration in bisher einzigartiger Art und Weise künstlerisch in Szene. Überragende Livemusik von Marshall Titus und Maria Martin und ergreifende Fotokunst bei angenehmer Atmosphäre lockten über 200 Besucher in die Räume des „hamburgprojekts“ im Kulturhaus 73.

Das Herzstück des Projekts war eine Ausstellung von ausgewählten Flüchtlingsportraits, mit denen fünf professionelle Fotografen aus ganz Deutschland geflüchteten Menschen ein Gesicht und ihrer Lebensgeschichte eine Stimme gaben. Robin Jochem, Harald Geil, Tobias Hartl, Pierre Jarawan und Claudia Dewald geht es vor allem um die persönlichen Erfahrungen. Geprägt von Unwissenheit und Angst, Verfolgung und Unterdrückung vermitteln sie aber auch Zuversicht durch Hilfsbereitschaft, Offenheit und Dankbarkeit.
Besucher, die selbst kreativ werden wollten, konnten in einer interaktiven „Fotoecke“ des myvoice-projects Selbstportraits schießen und zusätzlich ihre Gedanken aufschreiben. Somit entstand eine Ausstellung in der Ausstellung und schuf eine Möglichkeit die Eindrücke der Abende festzuhalten und auf einem Onlineblog (www.myvoice-project.org) zu veröffentlichen.

(Nächsten-)Liebe geht durch den Magen


Während der Eröffnungsabend bereits alle Erwartungen übertraf, folgte im Februar mit dem „Begegnungsdinner“ das zweite Highlight der Veranstaltungsreihe. Menschen aus unterschiedlichsten Nationen kochten gemeinsam internationale Gerichte und blickten dabei sprichwörtlich über den Tellerrand. „Wir wollen gemeinsam im Gespräch und durch geteilte Arbeit etwas schaffen, worüber wir uns freuen und es uns dann schmecken lassen“, erklärte „Küchenchef“ Mauricio da Silva Carvalho von Joshuas Kitchen. Das Konzept ging auf. Die 40 Plätze an der weißen Tafel boten die ideale Plattform für Gespräche und Erzählungen zum Kennenlernen, ganz ohne Hektik aber mit großen Gaumenfreuden.

„Unser Menschsein verbindet“


Was kann ich persönlich tun? Wie kann ich als Berufstätiger mithelfen? Diese und weitere Publikumsfragen beantworteten fünf Hamburger Initiativen beim letzten Veranstaltungsabend am 22. März. Die Organisationen Welcome Dinner (www.welcome-dinner.de), Bleibe e.V. (www.bleibe-ev.de), Flüchtlinge Willkommen (www.fluechtlingewillkommen.de), Begegnungsräume Hamburgprojekt, Kulturbedarf klub-k (www.klub-k.de) und Patenschaften des JesusCenters e.V. (www.jesuscenter.de) durften in exakt acht Minuten von ihren Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit berichten. Gleichzeitig ermutigten sie, selbst mitzumachen und zeigten niedrigschwellige Möglichkeiten zum Einstieg auf.

"Manchmal reicht eine kleine Handreichung schon aus, um Menschenleben zu verändern. Es kostet nichts und bereichert uns am Ende selbst. Ich möchte den Flüchtlingen Mut machen, aber genauso den Deutschen, sich für anderen Menschen zu öffnen und die Hand auszustrecken…", resümierte die ART des Lebens Vorstandsvorsitzende Katharina Brée, die selbst den Weg der Integration gegangen ist und aus persönlicher Erfahrung wisse, dass dies ein schwieriger Weg sei.
Nach dem erfolgreichen Auftakt mit zahlreichen begeisterten Besuchern und regem Medieninteresse (u.a. Sat.1 Regionalnachrichten) soll es nun weitergehen. Geplant ist eine Fortführung des Projektformats durch weitere Veranstalter im Raum Hamburg und darüber hinaus. Erste Anfragen gibt es bereits. Für nähere Informationen können sich Interessierte per E-Mail an info@art-des-lebens.de wenden.
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