Flotte Strecke für Radler

Vom Osdorfer Born in die City: Auf dieser Route soll der neue „Radschnellweg“ laut BI Volkspark verlaufen. Grafik: BI Volkspark

Bürgerinitiative Volkspark schlägt Fahrradschnellweg vom Osdorfer Born bis in die Innenstadt vor

Ch. v. Savigny, Bahrenfeld/Osdorfer Born


In rund 30 Minuten vom Osdorfer Born bis in die Hamburger Innenstadt: Die „Bürgerinitiative (BI) Volkspark“, bekannt aus der Diskussion rund um die Bebauungspläne für den südlichen Volkspark, sorgt mit einem Vorschlag für einen „Radschnellweg“ für Aufsehen. Demnach soll die neue, flotte Radlerstrecke im Zentrum des Borns beginnen und über das geplante Wohngebiet am Volkspark zum künftigen Fernbahnhof Diebsteich führen. Östlich davon, so die Ini, wäre ein Anschluss an bereits bestehende Velorouten möglich. Auf diese Weise könnte man innerhalb kürzester Zeit und ohne die Umwelt zu belasten in die Hamburger City gelangen – notfalls auch per Umstieg auf die S-Bahn. Was sagt die Verkehrsbehörde zum Vorschlag der Ini? 
Der Schnellweg, so die Ini, sei unkompliziert zu bauen, da er bereits bestehende Strukturen nutze. Die Verkehrsbehörde hat allerdings zu erkennen gegeben, dass sie die Umsetzung für „zu schwierig“ hält (siehe Kasten rechts). Jedoch soll der Vorschlag der Initiative bei der weiteren Planung berücksichtigt werden.In Hamburg und in den umliegenden Gemeinden wird das Konzept des „Radschnellwegs“ schon seit mehreren Jahren dis-kutiert. Radschnellwege haben ihre Vorbilder in den Niederlanden (rund 300 Kilometer „Fietssnelwege“) und im Ruhrgebiet, wo vor zwei Jahren der erste Abschnitt des Radschnellwegs RS1 zwischen Essen und Mülheim an der Ruhr (Gesamtlänge 100 Kilometer) eröffnet wurde. Radschnellwege, manchmal auch „Fahrradautobahn“ genannt, zeichnen sich durch eine durchgängige Asphaltierung aus. Radler sollen möglichst wenige Straßen kreuzen und möglichst immer Vorfahrt haben. Ziel ist es, das Fahrrad zu einem konkurrenzfähigen Verkehrsmittel gegenüber dem Auto zu machen – auch auf längeren Strecken.
Innerstädtisch spielen Radschnellwege bislang keine Rolle. Die „Metropolregion Hamburg“ lässt derzeit sechs mögliche Trassen untersuchen, die als Fahrradschnellwege vom Umland in die City in Frage kämen – eine davon führt von Elmshorn über Halstenbek und könnte zum Beispiel in Bahrenfeld an das bestehende Netz anschließen. Noch ein wichtiger Punkt: Fahrradschnellwege sind relativ teuer (etwa 0,5 bis zwei Millionen Euro pro Kilometer). Für die Finanzierung müssen normalerweise Länder und Kommunen aufkommen. Laut Verkehrswegeplan 2030 will sich künftig auch der Bund beteiligen.

Auf den Vorschlag der BI Volkspark reagiert Christian Füldner, Pressesprecher der Verkehrsbehörde (BWVI), wie folgt: „Es ist auch unser Ziel, das neue Wohnquartier (gemeint ist die geplante Wohnsiedlung am Volkspark, d. Red.) optimal für den Radverkehr zu erschließen. Angesichts der stadträumlichen Gegebenheiten westlich und östlich des Planungsgebiets erscheint die Umsetzbarkeit eines durchgängigen Radschnellwegstandards jedoch schwierig. Hier sehen wir mehr Potenzial für die Einrichtung einer Veloroute, die durch ihren Ausbaustandard ebenfalls dazu beitragen würde, dass Radfahrer sicher, zügig und komfortabel vorankommen. Derzeit wird geprüft, wie das Veloroutennetz durch eine zusätzliche Route im Hamburger Westen ergänzt werden kann. Wir greifen die Hinweise der Bürgerinitiative Volkspark bei der weiteren Planung gerne auf.“
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