Fernwärmeversorgung: Neues Gutachten weist nach: Kraftwerksstandort Stellingen wäre weitaus wirtschaftlicher als Wedel!

Das neue Gutachten vergleicht die Wirtschaftlichkeit beider Standorte, betrachtet
den gesamten Lebenszyklus eines neuen Heizkraftwerks und bezieht dabei
Altlasten der Raffineriegelände mit ein, die erst nach 2012 bekannt geworden
sind. Die Autoren errechnen einen deutlichen Vorteil von 140 – 170 Millionen Euro
für den Neubau in Stellingen.
Der Hamburger Senat und Vattenfall werden bis Ende des Jahres 2015 eine
Entscheidung über die Errichtung eines „Innovationskraftwerks“ treffen. So ist es
vertraglich vereinbart. Vattenfall hat sich nach einem geheim gehaltenen
Wirtschaftlichkeits-Vergleich der Standorte Stellingen (Gelände der gleichnamigen Müllverwertungsanlage, die bald stillgelegt werden wird) und Wedel (Standort des
alten Heizkraftwerks in Schleswig-Holstein) für Wedel entschieden. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) ließ sich 2012 den von Vattenfall behaupteten wirtschaftlichen Vorteil des Standorts Wedel von etwa 100 Mio. Euro durch ein
Gutachten des arrhenius-Instituts bestätigen.
In der nun vorliegenden Gutachterlichen Stellungnahme von Prof. Dr. Dietrich
Rabenstein und Matthias Ederhof werden die Einwände kritisch untersucht und neue Informationen zu beiden Standorten ausgewertet. In der Kritik an der Standort-
entscheidung von BSU und Vattenfall wurde hervorgehoben, dass bisher die
wirtschaftlichen Standortunterschiede in der mindestens 40-jährigen Nutzungsphase,
aber auch die vorherzusehenden Probleme in der Bauphase glatt ignoriert worden
sind. In dem neuen unabhängigen Gutachten vom 28.1.2015 wurden diese Einwände
und neue Informationen zu beiden in Frage kommenden Standorten berücksichtigt.
Auf dieser Basis ergab sich eine völlig andere wirtschaftliche Bewertung der beiden
möglichen Kraftwerksstandorte. Anstelle eines Nachteils von etwa 100 Mio. Euro
ergab sich ein Vorteil von 140 bis 170 Mio. Euro für den Standort Stellingen.
Der höhere Betrag gilt für ein Biomasse-Heizkraftwerk in Stellingen, denn in diesem
Fall entfällt der Bedarf für eine neue, ziemlich lange Erdgas-Hochdruckleitung nach
Stellingen.
Nach dem zweiten Satz des Volksentscheids zum Rückkauf der Energienetze in
Hamburg muss dem Einsatz erneuerbarer Energien Vorrang gegenüber fossilen
Energieträgern eingeräumt werden. Da der Ersatz eines alten Heizkraftwerks von Sachverständigen als idealer Zeitpunkt zum Einsatz erneuerbarer Fernwärme
bezeichnet wird, ist die Errichtung eines Biomasse-Heizkraftwerks am Standort
Stellingen naheliegend. Damit könnten auch endlich in absehbarer Zeit die gesund-
heitlichen Belastungen der in Wedel in nächster Nähe zum Kraftwerk wohnenden
Menschen infolge des immer weniger beherrschbaren Lärms und der Emissionen
des alten Kohle-Heizkraftwerks beendigt werden.
Martin Schwarz und Gilbert Siegler, Sprecher des Hamburger Energietischs: Der Senat muss die Fakten zur Kenntnis nehmen, die das Gutachten zu Tage gefördert hat! Dem Standort Stellingen ist der Vorzug zu geben. Nach dem Volksentscheid kann dort nur ein Biomasse-Heizkraftwerk gebaut werden. Dafür werden wir auch dem neuen Senat gegenüber eintreten.

…....link zum Gutachten …. (ab …)

Nachfragen gern an: Gilbert Siegler: 0176 / 510 19 592
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