Falscher Malteser sammelt "Spenden"

Der Malteser Hilfsdienst sammelt, wie auch die anderen großen Hilfsorganisation, kein Bargeld an Haustüren. (Foto: pixelio)

Polizei rät: Anzeige erstatten!

Achtung, falscher Malteser in Altona unterwegs! Anfang des Monats hat ein Mann, der sich als Mitarbeiter des Malteser Hilfsdiensts ausgab, in der Max-Brauer-Allee versucht, „Spenden“ zu sammeln.
Als es am Nachmittag des 1. März bei ihr klingelte, öffnete Kunsthistorikerin Almeta B. arglos die Tür. Vor ihr stand ein blonder, schmächtiger Mann mit Brille, knapp 40 Jahre alt. „Zuerst dachte ich, es ist etwas passiert, denn er hatte die komplette Ausrüstung eines Rettungssanitäters vom Malteser Hilfsdienst an“, berichtet sie. Schnell stellte sich heraus: Der Mann wollte Geld. Das kam der 42-Jährigen seltsam vor. Sie fragte nach Prospekten und Informationsmaterial. „Haben wir nicht“, sagte der Besucher mit starkem Hamburger Akzent, „Prospekte gibts nicht mehr - wegen von Guttenberg sind alle Hilfsmittel gestrichen worden.“ Und er fügte indigniert hinzu: „Ich bin doch kein Prospektbote.“
Der jungen Frau wurde der Mann etwas unheimlich. Als sie ihn fragte, wieso er in voller Montur unterwegs sei, machte er sie darauf aufmerksam, dass er nicht die dazugehörigen Stiefel mit den Stahlkappen tragen würde - und trat als Beweis kräftig gegen ihre Wohnungstür.
Von Minute zu Minute wurde der Mann rüpelhafter - Almeta B. wurde er immer unheimlicher. Als dem „Malteser“ klar wurde, dass bei Almeta B. nichts zu holen war, war dann auch mit dem letzten bisschen Höflichkeit Schluss. Die Kunsthistorikerin:„Er ist abrupt und rüpelhaft gegangen. Ich hab mich sehr unwohl gefühlt.“
Der Geschäftsführer der Malteser in Hamburg, Alexander Becker, ist sicher: „"An dem von Ihnen genannten Tag ist kein Mitarbeiter der Malteser dort tätig gewesen." Ist der Spendensammler ein Betrüger? Die Wahrscheinlichkeit ist groß. Denn sowohl die Malteser als auch die anderen großen Hilfsorganisationen wie Johanniter oder DRK sammeln grundsätzlich kein Bargeld an den Türen.
Das weiß man auch an der Polizeiwache Mörkenstraße. Sprecher Norbert Castrian rät deshalb: Strafanzeige wegen Betrugs stellen! Ansonsten beruhigt er aber: „Es gibt keine auffällige Häufung von ‘falschen Sanitätern’, die Geld sammeln.“
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