Extremistischem Terror zum Opfer gefallen

Schreckliche Bluttat in der Schützenstraße - jahrzehntelang verdächtigte man das Opfer, kriminelle Verbindungen gehabt zu haben. Erst nach mehr als zehn Jahren kam heraus: Der 31-jährige Gemüsehändler wurde Opfer von rechtsextremistischen Terroristen. (Foto: ik)
Mehr als zehn Jahre nach seiner Ermordung durch die rechtsextremistische Terrorgruppe NSU bekommt der Altonaer Gemüsehändler Süleymann Tasköprü einen Gedenkstein.
Darauf wird an alle Opfer der Terrorgruppe in ganz Deutschland erinnert. Die Inschrift beteuert unter anderem: „Wir sind bestürzt und beschämt, dass diese terroristischen Gewalttaten über Jahre nicht als das erkannt wurden, was sie waren. Morde aus Menschenverachtung. Wir sagen: Nie wieder!“
Die Morde trafen unschuldige Menschen in sieben Städten - in allen werden ähnliche Gedenkstätten eingerichtet, darauf haben sich die jeweiligen Bürgermeister geeinigt. In Altona werden in der Schützenstraße - wo genau, ist noch nicht klar - zwei etwa 70 Zentimeter hohe Stelen aus Basaltstein aufgestellt. Kosten: rund 10.000 Euro.
Süleymann Tasköprü, Vater einer dreijährigen Tochter, arbeitete am 27. Juni 2001 im Gemüseladen seiner Familie in der Schützenstraße 39, als er von unbekannten Tätern mit drei Schüssen aus zwei verschiedenen Waffen ermordet wurde. Sein Vater fand ihn tödlich verletzt am Boden liegend - er starb wenig später. Die Mörder hatten ihm in den Kopf geschossen.
Die Polizei ermittelte jahrelang in eine völlig falsche Richtung, vermutete ein Verbrechen im Rahmen der organisierten Kriminalität. Erst im Zusammenhang mit den Ereignissen um den Selbstmord der aus Jena stammenden Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, kam zutage, dass Tasköpru völlig zufällig in das Visier von Terroristen geriet, die jahrelang ungehindert kreuz und quer durch Deutschland fuhren und ausländische Kleinunernehmer - acht mit türkischem, einen mit griechischem Hintergrund - umbrachten.
Inzwischen hat der Bundestag einen speziellen Ausschuss gegründet, der die Ermittlungspannen und organisatorischen Defizite untersucht.
Die Hamburger Stelen zum Gedenken an die Opfer der Mordserie werden voraussichtlich im Oktober aufgestellt, sagt Bezirksamtssprecherin Kerstin Godenschwege.
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1 Kommentar
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 19.06.2013 | 17:07  
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