Extra-Push für die Kinder der 2B

Das Projekt „Vivo - Bildung von Grund auf“ fördert
Grundschulklassen in sozial schwachen Stadtteilen

Christiane Handke.
Jannik (7) zählt Beine. Vor ihm auf dem Tisch liegen ein Vergrößerungsglas und eine Karte mit der Darstellung eines Tausendfüßlers. Alle Kinder rund um den Tisch in der Schule Arnkielstraße haben Karten mit Krabbeltieren vor sich. Aber die anderen Jungen und Mädchen sind schon lange durch mit Zählen: Die Spinne hat acht Beine, die Ameise sechs. Nur Jannik ist noch dabei: 28, 29, 30... Dann strahlt er: 38 Beine!
Die Kinder der 2B sind Teil eines neuen Projekts „Vivo - Bildung von Grund auf“. Dieses fördert Grundschulkinder aus sozial schwachen Stadtteilen. Denn die haben es oft schwerer als andere Kinder, auf eine weiterführende Schule zu wechseln, die ihren Talenten und Potenzialen entspricht. Viel zu häufig ist es immer noch so, dass Kinder nach ihrer sozialen Herkunft beurteilt werden und nicht nach dem, was sie zu leis-ten imstande sind.

Das Ziel des Projekts: Grundschulkindern Erfolgserlebnisse in der Schule zu verschaffen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, Herkunft und Bildungserfolg voneinander abzukoppeln. Die Kinder widerstandsfähiger zu machen, ihr Sprachverständnis zu verbessern und sie zum Lernen zu motivieren. Gestartet ist „Vivo“ im April mit 150 Kindern aus Grundschulklassen in Düsseldorf, Neumünster und Hamburg. In Hamburg sind je eine Klasse der Schule Arnkielstraße in Altona und der Schule am Eichtalpark in Wandsbek dabei.

Wie funktioniert Vivo? Fünf Jahre lang, von der ersten Klasse bis zum Ende der fünften Klasse, treffen die Kinder mit ausgebildeten Trainern zu Extrastunden zusammen, in denen sie spielerisch forschen, basteln, lernen.

Hintergrund? Hamburg ist Spitzenreiter in der Bundesrepublik, was Kinder mit ausländischem Familienhintergrund in den Schule betrifft: 45 Prozent . Zum Vergleich: Bremen: 40 Prozent. Berlin: 36 Prozent. Schleswig-Holstein: zwölf Prozent, der Osten Deutschlands: zwei bis drei Prozent.

Was sagen die Schulleiter? „Die Trainer gucken von einer ganz anderen Warte, wirken befruchtend und bereichernd auf die Schule (Petra Bäumer, Schullleiterin, Schule am Eichtalpark). „Wer uns hilft, ist willkommen. Vivo sehen wir als hochwertige Ergänzung unserer Arbeit. Entscheidend war für mich die Langfristigkeit des Projekts und dass nicht einzelne Kinder gefördert werden, sondern die ganze Klasse, sodass der Klassenverband gestärkt wird. Dazu kommt: Auch wir Lehrer lernen - und transferieren, was wir aus dem Projekt gelernt haben, auf andere Klassen.“ (Thorsten Bräuer, Schulleiter, Schule Arnkielstraße)

Und wie finden die Kinder das? Jannik: „Gut. Weil wir Sachen machen und erfinden.“


Vivo
Vivo - Bildung von Grund auf ist ein Projekt der Stiftung der Deutschen Wirtschaft sdw für Grundschulklassen. Es ist jeweils auf fünf Jahre angelegt. Kosten pro Klasse und Jahr: 60.000 Euro.
❱❱ www.sdw.org
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