Erst American Spirit jetzt Adidas – der Elbstrand als lukrative Werbefläche?

Hamburg: Neumühlen/Övelgönne | Vor einigen Wochen gab es eine originelle Werbeaktion der Tabakmarke American Spirit. Fleißigen Promotion Helfer hatten am Elbstrand bei Övelgönne große Buchstabengebilde aus Draht aufgestellt, die das Wort RESPEKT bildeten und gleichzeitig als überdimensionale Mülleimer fungierten. Keine schlechte Idee, um auf die Vermüllung des Strandes aufmerksam zu machen.

Als Give-away gab es von den coolen Promotern einen kleinen blechernen Taschen-Aschenbecher mit Indianer-Logo; für die Zigarettenkippen, die manch einer sonst gern mal eben in den Sand drückt. Tolle Idee, oder? Ich meine natürlich den Aschenbecher. Oder doch nicht so toll?

Mal überlegen. Kippen in den Aschenbecher = durchaus sinnvoll. Aber wie steht es denn nun um die Vermüllung allgemein? American Spirit & all die anderen Tabakmarken = Zigarettenstummel = Müll + Aschenbecher = zusätzlicher Müll, oder? Also, liebe Geschäftsleitung bei American Spirit: netter Versuch, aber spendet die Kosten für Promotion dieser Art doch nächstes Mal lieber gleich dem NABU.

Und nun zu Adidas. Heute während eines Elbspaziergangs mit einer Freundin springen uns alle 50 m kleine Werbetafeln an – Adidas steht da in fettgedruckten Lettern und irgendwas von einem Sportevent. Natürlich inklusive Homepage-Verweis, damit man noch an Ort und Stelle das I-Phone zückt und sich am besten sofort bei diesem super Event anmeldet. Meine Freundin, die außerdem Verhaltenstherapeutin ist, rät mir indes meine selektive Aufmerksamkeit durch einen Trick zu überlisten. Leider habe ich wieder vergessen wie er funktioniert.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wieso ich über all dies schreibe? Ganz einfach, weil es mich nervt! Es nervt mich nahezu überall von irgendwelcher Werbung zugetextet zu werden. Ich will das nicht! Habe ich denn gar kein Recht auf eine werbefreie Umwelt? Reicht es denn nicht, dass ich an jeder Bushaltestelle, in jedem Bahnhof, an Hauswänden und in der U-&S-Bahn mit Werbebotschaften zugemüllt werde? Kann ich nicht bitte wenigstens dort unten am Wasser meine Ruhe haben! Wer erteilt eigentlich in Hamburg die Erlaubnis für Werbeaktionen dieser Art?

Und nun - allmählich beginnt es mir Freude zu bereiten - mein Appell an die Geschäftsführung von Adidas Deutschland: (ob die nun zufällig dieses Wochenende in der Strandperle saß oder sonst wo) Lassen Sie Ihre Finger von unserer Strandpromenade! Bleiben Sie in der Innenstadt, oder im Werbefernsehen. Dort ist ganz viel Platz. Und der Stadt Hamburg lege ich ans Herz, doch ein Herz für ihre Bürger zu zeigen und sich beherzt einzumischen!

Danke.
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