Ersatz für die Post: Klappt!

Alexander Bodansky und Tochter Skadi (2) haben ein Paket verschickt: „Die Leute im Shop sind wirklich megafreundlich!“ Foto: cvs

Nach Schließung der Filiale Piependreiherweg: Neuer Postshop kommt gut an

Ch. v. Savigny, Ottensen

Einsparungen sorgen zwar üblicherweise für Ärger – in Ottensen scheint jedoch ein recht ordentlicher Ersatz gefunden worden zu sein: Nachdem zum Jahresende die alteingesessene Post im Piependreiherweg ihre Pforten endgültig zugemacht hatte (das Elbe Wochenblatt berichtete), gibt es nun in unmittelbarer Nähe eine Partnerfiliale, die sowohl Post- als auch Postbankdienstleistungen im Programm hat. Der Service von „Sera's Kiosk & Bäckerei“, Bahrenfelder Straße 233, kommt bei den Ottensern gut an: „Ich musste ein Paket umpacken, weil man es so nicht verschicken durfte“, berichtet Kunde Alexander Bodansky. „Die haben mir dort sehr geholfen und sogar Paketband zur Verfügung gestellt. Das finde ich keine Selbstverständlichkeit!“
Die alte, von der Postbank betriebene Filiale im Zentrum Ottensens war zum 31. Dezember geschlossen worden, weil sich – so die offizielle Begründung – der Betrieb nicht mehr rentiert hatte. Sehen konnte man davon jedoch nichts: Denn die Filiale war rege besucht, die Schlangen an den Schaltern reichten regelmäßig bis auf den Vorplatz hinaus. Viele Ottenser hatten gegen die Schließung protestiert – letztendlich ohne Erfolg.
An „Sera's Kiosk“ überzeugen vor allem die zentrale Lage (nur wenige 100 Meter vom alten Standort entfernt) und die kundenfreundlichen Öffnungszeiten: wochentags von 8 bis 19 Uhr, an Sonnabenden bis 14 Uhr. Angeboten werden die üblichen Postdienstleistungen wie Brief-, Päckchen- und Paketannahme, darüber hinaus können Geldgeschäfte erledigt werden. „Wir haben Briefmarken gekauft, die sind wirklich sehr nett da“, sagt Kundin Laura Schröder. Allerdings sei der Laden noch nicht so bekannt. „Das muss sich noch rumsprechen.“ Auch einen Bankautomaten suche man vergeblich.
Alles in allem verfügt Ottensen nun über acht „Partnerfilialen“ und DHL-Paketshops. Damit ist der Stadtteil verhältnismäßig gut versorgt.

Kritik von ver.di

Die Gewerkschaft ver.di hat für das „Post-Outsourcing“ eher weniger Verständnis. „Meist ist der Aufwand zu groß, um ein Geschäft dabei machen zu können“, sagt Fachbereichsleiter Lars-Uwe Rieck. „Sie müssen nicht nur Zeit und Personal mitbringen, sondern auch einen geräumigen Lagerraum vorhalten. In der Regel lohnt sich das nicht.“ Üblicherweise würden die Post-„Filialisten“ nach Provision bezahlt. CVS
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.