Eröffnung in Altona: Ikea direkt vor der Haustür

Montag, 9.30 Uhr: Die Pforten zu Ikea Altona öffnen sich. Die ersten Besucher haben noch recht zögerlich das Einrichtungshaus betreten, doch dann beginnt der Ansturm der Kunden. Foto: rs
 

Ansturm auf das neue Einrichtungshaus im Herzen Altonas

Von Reinhard Schwarz und Christiane Handke-Schuller. Pünktlich um 9.30 Uhr öffneten sich am Montag die Türen: Die ersten Kunden strömten in das neue Ikea-Einrichtungshaus an der Großen Bergstraße. Zuerst noch etwas zögerlich, doch dann gab es kein Halten mehr: Hunderte zogen durch die Ausstellungsräume, nahmen auch gleich die große Cafeteria in Beschlag.
Viele kamen aus Neugier, wie Bernd Rust (73) aus Othmarschen: „Ich hatte einen Arztbesuch in der Nähe und habe mir anschließend gesagt: Guck’ doch mal rein.“ Die Veränderung in der Großen Bergstraße in Altona-Altstadt gefällt dem 73-Jährigen: „Nach dem Niedergang des alten Frappant-Gebäudes finde ich es gut, dass das Schmuddel-Image des Viertels nun ein Ende hat, hoffe ich zumindest.“
Marta Florczyk (25) aus Ottensen kam aus ganz pragmatischen Gründen in das neue Ikea-Haus: „Ich suche Möbel für meine neue Wohnung in Ottensen, ich bin vor kurzem von Eimsbüttel hierher gezogen.“ Ihren Wagen hatte sie im Ikea-Parkhaus abgestellt.
Kathrin Hauks (32) aus Halstenbek ist auf der Suche nach „Kindersachen und Deko-Artikeln“ für ihr Ungeborenes. „Ich bin heute im ersten Tag des Mutterschutzes und genieße meine Freizeit.“ Das neue Ikea-Konzept findet sie „großartig: Das ist ein Gewinn für Altona“.
Charlotte Lill (67) aus Altona-Altstadt und Mitglied des Seniorenbeirats Altona geht mit kritischem Blick durch das neue Einrichtungshaus: „Ich möchte schauen, inwieweit hier die Interessen Behinderter umgesetzt wurden.“ Darüber hinaus schaute sich die Altonaerin nach Schnäppchen um: „Ich wollte einmal sehen, was für Sonderangebote es hier gibt.“

Wann geöffnet? Wegen einer gerichtlichen Auflage vorerst von 10 bis 19.30 Uhr. Angestrebt wird eine Öffnungszeit bis 21.30 Uhr. Das Restaurant ist ab 9 Uhr, das Café ab 8 Uhr geöffnet.
Wie viele Kunden pro Tag? 10.000 bis 15.000.
Verkaufsfläche? 18. 000 Quadratmeter, 20 Prozent kleiner als Moorfleet oder Schnelsen.
Bruttogeschossfläche? 80.000 Quadratmeter mit Untergeschossen, Parkebenen und Rampen.
Sitzplätze im Restaurant? 350.
Parkplätze? 730.
Gebäudehöhe? 32 Meter.
Baukosten? 80 Millionen Euro.
Bauzeit? November 2012 bis Juni 2014.
Arbeitsplätze? 300. 150 Mitarbeiter wurden ganz neu eingestellt, 150 aus anderen Filialen abgezogen, dafür wurden dort neue Kräfte eingestellt.
Besonders, weil? Ikea Altona ist das erste Ikea-Haus der Welt, das in der Innenstadt und in einer Fußgängerzone errichtet wurde. Und: Es gibt direkt neben der Rolltreppe für Menschen eine Rolltreppe für Einkaufswagen. Und dieses Ikea hat Schaufenster.
Komplettes Sortiment? Nicht ganz. Von rund 10.000 Ikea-Artikeln gibt es hier 6.000 bis 8.000 zu kaufen.

Aufteilung so wie in den anderen Ikeahäusern? Nicht ganz. Im Erdgeschoss und im ersten Geschoss sind Möbelausstellung und Markthalle gemischt - Töpfe und Tassen zum Beispiel direkt neben der Küchenausstellung. Es gibt ein Café im Erdgeschoss, das Restaurant ist im ersten Geschoss.
Selbstbedienungshalle, Smäland, Kassen, Bistro und Transportschalter, sonst immer im Erdgeschoss, sind in Altona auf der zweiten Etage. Aber es gibt auch Kassen im Erdgeschoss, man muss also nicht mehr durch den ganzen Riesenladen zu gehen, wenn man nur eine Kleinigkeit kaufen möchte.
Wie kommt man hin? Möglichst nicht mit dem Auto: kleine Straßen, verhältnismäßig wenig Parkplätze. Bahn und Bus sind vor der Tür. Und Ikea hat ein völlig neues Lieferkonzept erarbeitet, unter anderem mit Lastentaxis, in denen nicht nur die frisch gekauften Möbel, sondern auch deren Besitzer nach Hause gefahren werden können. Außerdem gibts beispielsweise Fahrradanhänger zum Leihen oder Kaufen.
Wird Ikeas Konzept aufgehen, dass mindestens 50 Prozent der Kunden ohne Auto kommen? Das weiß noch keiner.
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