Erfolg für Initiative

Das Telekom-Haus an der Ecke Ottenser Hauptstraße / Bahrenfelder Straße: Hier soll ein sechsstöckiger Neubau mit verglasten Fronten entstehen. Foto: cvs

Bürgerbegehren: 6.000 Unterschriften gegen Neubau am Spritzenplatz.

Von Christopher von Savigny. Die Initiative „Spritzenplatz bleibt – unser Platz an der Sonne“ kann einen ersten Teilerfolg verbuchen: Bei einem Bürgerbegehren, das sich gegen einen sechsstöckigen Neubau im Zentrum von Ottensen wendet, kam die erforderliche Mindestzahl von knapp 6.000 Stimmen zusammen. Bis Mitte Januar muss jetzt die Altonaer Bezirksversammlung (BV) darüber entscheiden, ob sie dem Bürgervotum zustimmt. Falls nicht, wird zwei weitere Monate später ein Bürgerentscheid durchgeführt. Das Resultat hätte dann die Wirkung eines BV-Beschlusses.
Nach den Plänen von US-Stararchitekt Daniel Libeskind soll an der Ecke Ottenser Hauptstraße / Bahrenfelder Straße ein verglas-tes, rund 18 Meter hohes Gebäude mit insgesamt 14 Wohnungen entstehen. Dafür müssten vier ein- bis zweigeschössige Altbauten weichen, in denen derzeit unter anderem eine Eisdiele und ein Telefonladen untergebracht sind. Die Initiative befürchtet, dass die futuristische Fassade den gemütlichen Straßencafé-Charakter der belebten Ecke zerstören würde. „Der Spritzenplatz ist einer der wenigen Plätze, wo es noch Aufenthaltsqualität gibt und die Sonne für alle scheint“, sagt Ini-Mitglied Beate Reiß. Die Aktiven lehnen einen Neubau nicht grundsätzlich ab. Jedoch dürfe der Platz den „von der Höhenentwicklung ortskernprägenden Charakter“ nicht verlieren.
Von den Dimensionen des geplanten Libeskind-Baus kann man sich auf der Initiativen-Webseite www.spritzenplatz.com ein eindrucksvolles Bild machen. Auch im Licht des geltenden Bebauungsplanes ist das Vorhaben strittig: Einerseits ist dort eine vierstöckige Bebauung erlaubt, andererseits gilt ein Erhaltungsgebot für vorhandene Gebäude. Die Bezirksversammlung hatte schon einmal versucht, den B-Plan zu ändern, allerdings hatte die Stadtentwicklungsbehörde ihr Veto eingelegt.
Die CDU Altona befürchtet nun ein ähnliches Hickhack wie im Fall des Zeiseparkplatzes. Ohnehin würde er der Initiative keine großen Chancen einräumen, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sven Hielscher: „Dass man nochmal eine Viertelmillion Euro für einen Bürgerentscheid ausgibt, muss nun wirklich nicht sein!“

Planungsausschuss

Am Mittwoch, 2. Dezember, 18 Uhr, wird die Initiative voraussichtlich zum bezirklichen Planungsausschuss eingeladen. Das Thema steht auf der Tagesordnung, die Sitzung ist öffentlich. Ort: Schule
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
8
Dirk Heldt aus Finkenwerder | 03.12.2015 | 15:10  
40
Michael den Hoet aus Bahrenfeld | 05.12.2015 | 00:40  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.