„Er war ein sehr einsamer Mann“

Der verstorbene Ronald Stempelmann war in seinen letzten Jahren ein engagierter Jäger. (Foto: privat)

Ronald Stempelmann in Bassum gestorben - Freunde suchen Angehörige

Von Gaby Pöpleu

„Ich will nie so ein Eigenbrödler werden wie mein Vater“ - das sagte Ronald Stempelmann noch kürzlich zu Freunden. In der vergangenen Woche starb er nach einer Grippe unerwartet. Seine Freunde aus Bassum suchen nun Hamburger Angehörige.
Aufgewachsen auf St. Pauli hat Stempelmann lange in Hamburg gelebt. Hier soll auch seine Mutter in einem Pflegeheim wohnen. Eine verheiratete Schwester lebt wohl auch an der Elbe. „Ich finde schon, dass seine Angehörigen vom Tode
Ronalds wissen sollten, auch wenn kaum Kontakt bestand“, sagt Karina Bremer, eine Freundin Stempelmanns in seiner neuen Heimat Bassum, südlich von Bremen.
Stempelmann verdiente sein Geld zuletzt bei einem Sicherheitsdienst. Noch am Tage seines Todes, dem 14. März, wollte er nach überstandener Grippe zur Arbeit, hatte das Auto schon vom Eis freigekratzt. Dann wurde ihm wohl schlecht, er suchte wieder seine Wohnung auf, wo er starb.
„Er war ein sehr einsamer Mann“, sagt Karina Bremer. In seinen letzen Jahren hatte Stempelmann immer wieder versucht, seiner Einsamkeit zu entkommen - erfolgreich: Bei den Bassumer Jägern fand er die Gemeinschaft, die er vorher vermisst hatte. Dort wurde er sehr wegen seiner Zuverlässigkeit und wegen seinem engagierten Einsatz für die Jägerschaft geschätzt.
„Er hatte auf St. Pauli keine leichte Jugend“, sagt Karina Bremer. Er habe sehr unter seinem Vater gelitten. „Ronald sagte immer: ‘Der hat mich geprägt’ - es war negativ gemeint.“ Der Kontakt zu Vater und Schwester war schon länger abgerissen. Der Vater ist inzwischen tot. Zu seiner Mutter hatte Stempelmann ein besseres Verhältnis, besuchte sie öfter.
Weil die Stadt Bassum keine Angehörigen fand, drohte Stempelmann ein ärmliches
Begräbnis: Billiger Sarg, kein Grabstein, einfachste Bestattung – „würdelos“, fand Karina Bremer. Zusammen mit ihrem Mann und Freunden aus der Jägerschaft organisierte und bezahlte sie Trauerfeier und Namenstafel. „Die Schützen, bei denen er jetzt auch Mitglied war, haben ihn getragen, mein Mann hat eine Rede gehalten, die Jagdhornbläser haben gespielt.“ Angehörige können Karina Bremer unter der Telefonnummer 0172 - 614 01 50 erreichen.
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