Er kümmert sich um die Opfer

Heiko Winter (45) weiß, was Menschen, die Gewalt erfahren haben, am meisten brauchen: Einfühlungsvermögen und Verständnis für ihre Situation. (Foto: pr)

Heiko Winter ist Opferschutzbeauftragter der Bundespolizei.

Vorgestellt: Heiko Winter, 45 Jahre alt, verheiratet. Opferschutzbeauftragter bei der Bundespolizeiinspektion Hamburg. Er meldete sich auch bei Elisa L. nach ihrem Erlebnis auf dem S-Bahnhof Reeperbahn.
Die Aufgabe der Polizei: nach einem Verbrechen Täter zu finden. Die Aufgabe von Heiko Winter: sich um die Menschen zu kümmern, die Verbrechen und Gewalt erlebt haben. Das Wochenblatt hat ihm Fragen gestellt.

– Wie sind Sie auf diese Aufgabe vorbereitet worden?
Durch umfangreiche Ausbildungen im Bereich der psychosozialen Notfallversorgung, Lehrgänge zur Zivilcourage und nicht zuletzt durch entsprechende Hospitationen unter anderem beim LKA Hamburg.

– Was machen Sie genau? Und wie lange schon?
Seit einem Jahr betreue ich Opfer von Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeiinspektion Hamburg. Hierbei steht zunächst die psychische Stabilisierung der Opfer besonders im Vordergrund. Denn grundsätzlich sollte sich ein Opfer nach einer Straftat nicht schlechter stellen als vor der Straftat.

– Wer sind die Opfer? Und wie erfahren sie von ihnen?
Vorrangig Opfer von Gewalttaten; das können die Geschädigten von Straftaten selbst, deren Angehörige, Tatzeugen oder unbeteiligte Passanten sein. Wir erhalten regelmäßig zunächst durch Strafanzeigen Kenntnis von den Opfern.

– Wie reagieren die Menschen, wenn Sie sich bei ihnen melden?
Die Opfer von Straftaten reagieren grundsätzlich sehr positiv auf die Kontaktaufnahme durch den Opferschutz. Besonders dann, wenn die Opfer selbst einen Betreuungsbedarf für sich erkannt haben.

- Was können Sie denn für die betroffenen Menschen tun?
Allein schon die Tatsache, dass ein Opfer sich mit der Straftat nicht mehr alleine sieht, bewirkt zumeist schon eine Anfangsstabilisierung. Darüber hinaus werden entsprechende Hilfsangebote aufgezeigt beziehungsweise organisiert und Abläufe des Strafverfahrens bis zur Abgabe an die Staatsanwaltschaft mit dem Opfer erörtert.

– Was brauchen Menschen von Ihnen am dringendsten?
Das Wichtigste ist Empathie: Verständnis und Einfühlungsvermögen.

– Ein Erlebnis, das sie nie vergessen werden?
Der Suizid eines jungen Menschen und die unermessliche Trauer der Hinterbliebenen.

Kontakt:
Bundespolizeiinspektion Hamburg, Ermittlungsdienst Heiko Winter, Jenfelder Allee 70a, Tel 66 99 505-659, Fax: 66 99 505-612, Mail: bpoli.hamburg.opferhilfe@polizei.bund.de
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