Endspurt für Seilbahn-Fans

Zieht sicher noch mehr Touristen an die Elbe nach St. Pauli: die von der Initiative „Hamburger Seilbahn“ gewünschte Gondelverbindung zwischen Nord- und Südufer der Elbe. (Foto: Grafik: Stage Entertainment)

Initiative muss bis 23. März 6.000 Stimmen abgeben und hat nach eigener Aussage schon 12.000 Unterschriften gesammelt.

Mit viel Medien-Tamtam hat die Initiative „Hamburger Seilbahn“ verkündet, dass sie inzwischen 12.000 Unterschriften für den Bau einer Seilbahn zwischen der Glacischaussee auf der Nordseite der Elbe zu den Musicaltheatern auf Steinwerder gesammelt hat. Da die Bezirksversammlung Mitte im vergangenen Jahr den Seilbahn-Plan abgeschmettert hatte, muss die Initiative, um zu einer Seilbahn zu kommen, ein Bürgerbegehren auf die Beine stellen. Das scheint sie locker zu schaffen.
Bis zum 23. März muss die Ini 6.000 gültige Unterschriften abgegeben haben. Das heißt, 6.000 nachweislich im Bezirk Mitte lebende Hamburger müssen für die Seilbahn gestimmt haben. Die Ini ist gut beraten, viel mehr als die geforderten Anzahl an Unterschriften zu sammeln, da viele Unterzeichner erfahrungsgemäß nicht im Bezirk wohnen. Außerdem: Je mehr gültige Unterschriften, desto größer die Überzeugungskraft.
Der Seilbahn-Plan wird von Schwergewichten aus Politk und Wirtschaft unterstützt, deren Stimmen nicht nur weit gehört werden, sondern die auch viel Geld in die Werbung für ihren Plan stecken können. Dazu gehören Stage Entertainment, Betreiber des Musicalzelts auf Steinwerder („König der Löwen“), Joachim Stratenschulte, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Rickmer Rickmers, der Vorsitzende des Tourismusverbandes Thomas Magold, die IG St. Pauli und die ehemalige Stadtentwicklungssenatorin Herlind Gundelach (CDU), die die Seilbahn als „umweltfreundliches und staufreies Verkehrsmittel“ empfiehlt.
Ohne Zweifel würde eine Seilbahn über die Elbe Wirtschaft und Tourismus zugute kommen. Das ist aber auch genau ihr Schwachpunkt und der Grund, weshalb die mit Mehrheit in Mitte regierende SPD den Plan abgelehnt hat: St. Pauli würde wieder ein Stück weiter weiter in Richtung „Tourismus-Magnet“, die Anwohner noch mehr an den Rand gedrängt werden.
Die 1.450 Meter lange Seilbahn soll 80 Meter hoch über dem Wasser schwebend über die Elbe führen. Die Kosten von knapp 50 Millionen Euro würden das Musicalunternehmen Stage und der Seilbahnhersteller tragen.
Gibt die Bürgerinitiative die erforderlichen Stimmen bis zumn 23. März ab, muss die Bezirksversammlung Mitte entscheiden, ob sie dem Bürgerbegehren beitritt. Weil nicht anzunehmen ist, dass die SPD ihre Meinung ändert, wird es wohl zu einem Bürgerentscheid kommen, in dem alle Bürger im Bezirk Mitte über die Frage entscheiden: Seilbahn oder nicht?
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