Eltern protestieren gegen Billigbetreuung

Schöner Altbau mit (zu) kleinen Räumen? Das Gymnasium Altona am Hohenzollernring. Foto: ch

Nachmittagsangebot am Gymnasium Altona soll sich nach den Herbstferien deutlich verschlechtern.

Riesenstunk am Gymnasium Altona. Dort gehen Eltern auf die Barrikaden: Für die knapp 150 Kinder, die das Ganztagsangebot der Schule nutzen, würden die Bedingungen nach den Herbstferien unzumutbar schlecht. Ab dann werden sie, so der Vorwurf, in viel zu großen Gruppen in viel zu kleinen Räumen des Gymnasiums Altona zusammengepfercht, von Honorarkräften mehr gebabysittet als betreut.
Das steckt dahinter: Seit Anfang des Schuljahres garantiert die Schulbehörde von 13 bis 16 Uhr eine Betreuung für Kinder bis 14 Jahre. Am Gymnasium Altona nutzen knapp 150 Kinder die Nachmittagsbetreuung. Dafür hatte sich die Schule mit dem Jugend- und Kulturzentrum Motte zusammengetan. Die eine Hälfte der Kinder werden seit Schuljahresbeginn in der Motte betreut, die andere in Klassenräumen am Gymnasium Altona. „Das funkionierte gut“, so Vater Thomas Schlottmann, dessen Sohn in die fünfte Klasse geht.
Doch dann stellte sich heraus: Die Zusammenarbeit mit der Motte kostet zu viel. Jetzt hat Schulleiter Georg Kerl das Projekt mit quietschenden Bremsen gestoppt und angekündigt: Ab Ende der Herbstferien werden die Kinder nur noch in der Schule betreut:„Wir haben unseren Vertrag mit der Motte gekündigt“.
Wie kann so eine Situation entstehen? Der Schulleiter: „Zu dieser Frage kann ich als loyaler Staatsdiener keine Auskunft geben“. Dafür antwortet Schlottmann, der eine lose Elterninitiative vertritt. Er schiebt der Schulbehörde den Schwarzen Peter zu: Die habe monatelang eine Nachfinanzierung versprochen und diese Zusage dann plötzlich zurückgezogen.
Die Schulbehörde wiederum zeigt mit dem Finger auf die Motte:  „Die Motte verlangt für die Ganztagsbetreuung bis zu sechs Mal so viel Geld, wie der Schule zur Verfügung steht“, erklärt Behördensprecher Peter Albrecht.
Michael Wendt, Geschäftsführer der Motte, hält dagegen: Die Behörde habe die Zahl der Gymnasialschüler, die Nachmittagsbetreuung in Anspruch nehmen, von vornherein viel zu niedrig eingeschätzt. Deswegen fehle jetzt das Geld dafür. „Und nun will uns die Behörde dazu zwingen, unter Tarif zu zahlen. Dagegen wehren wir uns. Wir wollen immer noch eine Zusammenarbeit, aber unter einem gewissen Niveau geht es nicht.“
Nachmittage ohne die Motte, das bedeute für die Schüler, sagt Elternvertreter Schlottmann, in unzumutbarer Enge von Aushilfskräften betreut zu werden. Die Behörde hat angekündigt, mehr Geld flüssig zu machen, damit die Gruppen verkleinert werden können.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.