„Einfach ignorant abgeschmettert“

Die Luftmessstation dokumentiert häufig Überschreitungen der zulässigen Grenzwerte. (Foto: ADFC)

Max-Brauer-Allee: Tempo-30-Antrag der Anwohner von der Verkehrsbehörde abgelehnt, klagt der ADFC

Gaby Pöpleu, Altona

Sie protestieren unerschütterlich. Seit Monaten gehen Anwohner der Max-Brauer-Allee, vorwiegend Bewohnerinnen des benachbarten Nyegaard-Stifts, gegen Lärm und Abgase und für Tempo 30 auf die Straße – ohne Erfolg. Der Antrag einiger Anwohner bei der Verkehrsbehörde, den Verkehr zu begrenzen, wurde nun abgelehnt. „Der wurde einfach ignorant abgeschmettert. Mit den üblichen Floskeln und Hinweisen auf spätere Pläne“, ärgert sich Dirk Lau vom Allgemeinen Deutschen Fahrradklub ADFC Hamburg.
Lau und sein Verein unterstützen die Anwohner bei ihrem Protest. „Die Damen des Altenstifts haben ihre Ersuchen mit einer Vielzahl von ärztlichen Attesten begründet und die Behörden darauf hingewiesen, wie sehr die Verkehrsemissionen ihre Gesundheit akut bedrohen.“ Denn laut Straßenverkehrsordnung Paragraf 45, Absatz 1, Nr. 3 könne jeder Bürger, dessen Gesundheit durch den Verkehr beeinträchtigt wird, einen Antrag bei der zuständigen Verkerhrsbehörde stellen. Die muss dann den Verkehr so begrenzen, dass die Menschen nicht krank werden.
Den Ablehnungsbescheid der Behörde wollen die Anwohner nicht einfach hinnehmen. Tatsächlich haben die Damen vom Nyegaard-Stift Widerspruch dagegen eingelegt. „Das kann jetzt erstmal dauern“, weiß Lau aus eigener Erfahrung. Und: „Das wird wohl auf eine Klage hinauslaufen. Offenbar muss man die Behörde zum Handeln zwingen. “
Von einer Tempo-30-Zone versprechen sich Anwohner und Radfahrer Vorteile: „Tempo 30 reduziert den Lärm um bis zu 3 Dezibel“, sagt Lau. Der Verkehrslärm würde aber nur noch halb so laut wahrgenommen. Zweites Problem: Die hohen Stickoxidwerte. Lau: „Nach einer Studie aus Baden-Württemberg werden sie durch Tempo 30 um bis zu zehn Prozent gesenkt.“ Und: Wenn Autos und LKW nicht mehr so schnell führen, müssten Radfaher nicht mehr so viel Angst auf den Straßen haben.
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