Eine kettenrauchende Königin für Altona!

Mit dänischer Altona-Flagge, leichtem Silberblick und hinter das Ohr geklemmter Zigarette wirbt Dänemarks Margrethe II für die Wählervereinigung „Hamborg raus aus Altøna“ (HaraAlt). (Foto: Zeichnung: Teja Fischer)

Die Wählervereinigung „Hamborg raus aus Altøna“ fordert den Anschluss an Dänemark.

„Die Bezirkspolitik hat für uns keinerlei Bedeutung.“ Das ist doch mal eine Ansage für eine Frau, die sich auf ihrer Facebook-Seite als Politikerin vorstellt und sich mit ihrer Wählervereinigung „Hamborg raus aus Altøna“ (HaraAlt) am 15. Februar zur Wahl stellt. Wählen kann man sie nur im Wahlkreis 3, Altona, von Altstadt bis Othmarschen.
Aber Imke von Karstedt ist ja auch keine gewöhnliche Politikerin. Das verraten die Antworten auf diese Fragen: Wie derzeit im Altonaer Rathaus die Mehrheiten verteilt sind? Weiß sie nicht. Wer das Rathaus leitet? „Den Namen hab ich mal gehört“. Wieviel Einwohner Altona hat? Keine Ahnung. „Ich bin erst im Sommer hierhergezogen. Aus Eimsbüttel.“
Kommt auch nicht so drauf an. Denn die Ziele der Wählervereinigung gehen über schnöde Lokalpolitik hinaus. Es ist nicht verkehrt zu vermuten, dass beispielsweise die Bezirksversammlung in ihrer derzeitigen Form in Bausch und Bogen abgeschafft würde, wenn Imke von Karstedt und ihre Anhänger das Sagen hätten. Die haben nämlich andere Pläne. Die gehen so: Altona – Verzeihung: Altøna –  schließt sich Dänemark an. Und verwaltet sich dann selbst, quasi als Basisdemokratie. Bei allen Entscheidungen werden alle Altonaer gefragt.
Deshalb hat die Wählervereinigung auch kein Programm. „Wir haben nicht auf jedes Problem die Lösung – das wird alles mit den Leuten besprochen.“ „Die Leute“, das sind die Bürger – oder sollte man sagen: Untertanen? Dänemark ist ja eine Monarchie. Die Mitglieder der Wählervereinigung sind zwar nicht unbedingt Monarchisten – aber Fans von Königin Margrethe. Von Karstedt: „Die raucht. Wir rauchen auch.“
Daneben gibt es natürlich jede Menge andere Gründe für den Anschluss an Dänemark: Kopenhagen ist eine wunderschöne Stadt. Die Radwege sind fantastisch, und die Menschen gehören laut Umfragen zu den zufriedensten der Welt. „Die haben das Gefühl, die Steuern werden für sie ausgegeben.“ Weiter: Ein Gesundheitssystem ohne privaten Krankenkassen und Zweiklassensystem. Studenten bekommen „Geld geschenkt“.
Und schließlich hat Imke von Karstedt auch noch festgestellt, dass Altona doch tatsächlich historische Verbindungen zu Dänemark hat.
Aber: Wie soll das gehen, Altona als Enklave? Kein Problem: „Das hat mit West-Berlin ja auch geklappt.“
Weiß die Königin eigentlich, dass sie hier auf Plakaten für eine Wählervereinigung wirbt? Und dass sie eventuell eine klitzekleine Kolonie im Süden dazugewinnen könnte? „Noch nicht“, antwortet Imke von Karstedt, „aber ich habe vor, ihr zu schreiben und ihr ein Plakat zu schicken.“
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1 Kommentar
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Christiane Handke-Schuller aus Altona | 28.01.2015 | 09:29  
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