Eine Japanerin entdeckt für sich in Altona den Komponisten Cornelius Gurlitt

Shoko Kuroe auf Spurensuche nach dem Komponisten Cornelius Gurlitt.
Klavier, Altona und ich
Ich bin in Japan geboren und lebe seit meinem 11. Lebensjahr in Hamburg. Nach Deutschland gekommen war ich, weil mein Vater von seinem Arbeitgeber nach Hamburg entsandt wurde. Nach dem Schulabschluss an der Internationalen Schule habe ich mich entschlossen, in Hamburg zu bleiben und an der Hochschule Musik zu studieren. Aufgewachsen bin ich in Othmarschen, an der Grenze zu Ottensen. Ich bin gerne und oft in Altona einkaufen. Altona mag ich für die Weltoffenheit, Toleranz, Kreativität und Energie. Ich habe im Altonaer Museum Konzerte gespielt, einige meiner Freunde haben das Ja-Wort in den Altonaer Kirchen gegeben.
Dass Altona auch weltbekannte Komponisten hervorgebracht hat, wusste ich aber lange Zeit nicht. Mit dem Thema kam ich das erste Mal in Berührung, als ich ein Werk von Carl Reinecke spielen wollte und über sein Leben recherchiert habe. Im Lexikon stand als sein Geburtsort „Altona“. Altona?
Ist das Altona hier in Hamburg? Warum steht da nicht Hamburg?
Da ist es mir klar geworden, dass er kein Hamburger Komponist war, weil Altona ja damals nicht Teil von Hamburg war.
Die geschichtlichen Zusammenhänge haben mich soweit fasziniert, dass ich anfing, darüber nachzuforschen. Dabei stieß ich auch auf den Namen Cornelius Gurlitt. Praktisch jeder klassische Klavierspieler hat irgendwann mal Gurlitt gespielt, oft aber ohne den Komponistennamen wahrzunehmen, da die Stücke meist in Sammelheften für Anfänger zu finden sind. Mit seiner Biografie beschäftigt sich kaum jemand.
Das alles fand ich hochspannend. Deshalb wollte ich schon damals eine Konzertreihe mit Altonaer und Hamburger Komponisten machen und hatte dafür Notenmaterial zusammen getragen. Das Projekt war aber dann durch die Erkrankung des Konzertagenten ins Wasser gefallen.
Jetzt steht der bundesweite Tag der Musik vor der Tür, dessen Motto dieses Jahr „ERBE schützen – VIELFALT leben – ZUKUNFT bauen“ lautet.
In Zusammenarbeit mit Achim Franz Klaviere&Flügel an der Stresemannstrasse 375 spiele ich dort am Samstag, den 20. Juni 2015 um 13 Uhr ein Konzert mit
schönen, einfachen Klavierstücken. Zum Einsatz kommen sowohl ein moderner Konzertflügel als auch ein ca. 100 Jahre altes Altonaer Hochklavier. Das Konzert kann man einfach nur genießen.
Erwachsene, die das Klavierspielen als Hobby entdeckt haben und auf der Suche nach schönen Stücken zum Selbstspielen sind, werden dazu auch sicherlich Anregungen finden.

http://klaviere-fluegel.blogspot.de/2015/04/perlen...

Klar darf Gurlitt da im Programm nicht fehlen. So bin ich wieder auf das Projekt Musik aus Altona zurückgekommen.
Am 20. Juni geht es erstmal vor allem um die kleinen Perlen der Klavierliteratur aus aller Welt und um das W. Maass Klavier aus Altona.
Hoffentlich schon im Herbst werden wir ein zweites Konzert mit Altonaer und Hamburger
Komponisten präsentieren.

Shoko Kuroe
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