Eine Frage der Entfernung

Olaf Peter Eul von der Bundesnetzagentur. Foto: pr

Nicht mehr als zwei Kilometer: Laut Bundesnetzagentur hat Ottensen genügend Postfilialen

Ch. v. Savigny, Ottensen

Nach der Schließung der Postbank-Filiale im Piependreiherweg zum Jahresende (das Elbe Wochenblatt berichtete) machen nun auch die Kunden mobil. „Von einer Versorgung mit Post- und Postbankdiensten kann hier in Ottensen und Altona nicht mehr die Rede sein“, sagen Birgit Bach und Reinhard Schwandt. Das Ottenser Ehepaar hat sich mit Beschwerdebriefen an die Bundesnetzagentur (BNetzA) und an die Postbank gewandt, in denen sie sich für mehr Kundenservice einsetzen. „Die Begründung der Postbank, die Kundeneinzugsgebiete der beiden Finanzcenter im Piependreiherweg und in der Altonaer Poststraße würden sich überschneiden, ist in keiner Weise nachzuvollziehen“, so der Wortlaut des Schreibens.
Die postalische Versorgung wird bundesweit durch die sogenannte „Post-Universaldienstleistungsverordnung“ geregelt – ein Wortungetüm, das abgekürzt „PUDLV“ oder intern auch kurz „Pudel“ heißt.

„Ausreichend“: Nächste Post in 1.050 Metern

Streitpunkt Nummer eins ist in diesem Fall die Entfernung zum nächsten Versanddienstleister (das können auch andere Unternehmen wie Hermes oder DPD sein), die laut PUDLV maximal zwei Kilometer betragen darf. In Altona und Ottensen liegen die Höchstdistanzen laut BNetzA bei 400 bis 1.050 Meter – dank mehrerer DHL-Verkaufsstellen, die meist in Kiosken untergebracht sind.
„Die Prüfungen der Bundesnetzagentur haben ergeben, dass aufgrund dieser Situation die Grundversorgung der Bürger mit postalischen Leistungen nach den Gesetzesvorgaben als gewährleistet anzusehen ist“, sagt Olaf Peter Eul, Pressesprecher der BNetzA. Wichtig: Die Bestimmungen der BNetzA gelten nur für den Postbetrieb – für Bankdienstleistungen gibt es hingegen keine gesetzlichen Regelungen.
Laut Postbank wurde die Filiale im Piependreiherweg geschlossen, weil sich der Betrieb nicht mehr rentiert hatte. Der Trend ginge zur Direktbank: Immer mehr Kunden würden am Automaten Geld abheben oder Online- und Telefonbanking nutzen. Postbankkundin Birgit Bach überlegt inzwischen, zu einer anderen Bank zu wechseln: „Die ganze Sparpolitik macht mich wütend“, sagt sie.
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