Ein wildes Quartett

Komplette Familie: Nachdem sie erste Schüchternheit überwunden hatten, tobten die vier Kleinen durch das Gehege. Zunächst war nur Mama Maruschka dabei, jetzt zum ersten Mal auch Tigerpapa Yasha. (Foto: Hagenbeck/ Götz Berlik)

Vier Tigerkinder jetzt täglich im großen Gehege

Gaby Pöpleu, Stellingen

Vitali ist zwar das kleinste der vier Tigerkinder bei Hagenbek, doch er scheint der Mutigste zu sein: Während seine Geschwister, der kräftige Mischka und die beiden sonst quirligen Mädchen Dascha und Anushka noch vorsichtig zögerten, folgte Vitali seiner Mutter Maruschka als Erster auf die große Außenanlage.
Für die am 15. Juni geborenen Sibirischen Tiger war die Entdeckung des neuen Geheges ein gewaltiges Abenteuer. Fürsorglich überprüfte Maruschka zunächst, ob draußen keine Gefahren auf ihren Nachwuchs warten, bevor sie ihre Welpen zu sich rief. Und obwohl Vitali seiner Mutter sofort folgte, musste er vor lauter Schreck dann doch den kräftigen Wind und einige bedrohlich wirkende Halme und fliegendes Laub an
Nachdem sich seine drei Geschwister ebenfalls ein Herz gefasst hatten, begann eine wilde Toberei und einige Sträucher mussten bereits Blätter lassen. Ab sofort ist das wilde Quartett an jedem Tag ab etwa 10 Uhr für rund sechs Stunden im großen Gehege zu sehen.
Zum ersten Mal trafen sie nun im Freigehege auf ihren Papa Yasha. Im Tigerhaus hatte vorsorglich ein Gitter den erwachsenen Tigerkater von den Tigerbabys getrennt. Obwohl Tiger in der Wildbahn Einzelgänger sind, sahen Tierarzt Michael Flügger und Tierpfleger Tobias Taraba kein Risiko darin, die gesamte Familie zusammenzulassen. „Yasha ist ein ganz Lieber“, so Tarabas Einschätzung. Den ausgeglichenen Charakter des Katers bestätigte Flügger: „Es gibt keinen Grund, warum er seinen Kindern etwas antun sollte.“ Bei ersten Zusammentreffen wirkte Yasha jedenfalls gelassen. Ehe der große Kater wusste, wie ihm geschah, hatte er vier kleine Temperamentsbündel auf den Fersen.Ein Tipp für alle, die Schwierigkeiten mit der Unterscheidung der vier gestreiften Geschwister haben: Die kleinen Tiger sehen nur auf den ersten Blick alle gleich aus. Tatsächlich hat jedes Tier eine ganz eigene Streifenzeichnung, so unverwechselbar wie der menschliche Fingerabdruck. Also unbedingt genau hinschauen!
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