Ein Ort für gute Bücher

Unbedingt vormerken: Hannah Dübgen liest am Sonntag, 22. Januar, um 18 Uhr aus ihrem Roman „Über Land“. Adresse: Rehhoffstraße 1-3. Foto: Susanne Schleyer
Hamburg : Ledigenheim |

Erfolgsprojekt: Monatliche Lesungen im Ledigenheim haben sich zum Renner entwickelt

Von Christopher von Savigny. Manchmal hat Friedrich Block (66) den Eindruck, in einem Halbtagesjob beschäftigt zu sein. „Ich arbeite viel und inves-tiere viel Zeit, um das Projekt weiterzuentwickeln“, sagt Block, pensionierter Deutschlehrer und ehrenamtlicher Mitstreiter für das Ledigenheim in der Rehhoffstraße (siehe Kasten), Seit mittlerweile zweieinhalb Jahren organisiert der literaturinteressierte Pensionär mit Erfolg die monatlichen Lesungen, die dem Erhalt des bedrohten, über 100 alten Jahren Männerwohnheims in der Neustadt zugute kommen sollen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten laufe das Projekt inzwischen fast wie von selbst. „Es ist irgendwie mein Ding geworden“, sagt Block.

Mit Frank Schulz startete die Lesereihe

Mehr durch Zufall stolperte Block vor einiger Zeit über den Roman „Onno Viets und der Irre vom Kiez“ des Hamburger Autors Frank Schulz. Ein Krimi mit Lokalkolorit, der für den Zweck wie geschaffen schien. „Ich fand, dass die Geschichte gut zu uns passte“, sagt Block. Per Internet stellte der ehemalige Deutschlehrer Kontakt zu Schulz her – und erhielt prompt eine Zusage für einen Lesetermin. Die Leute kamen, spendeten und empfahlen die Veranstaltung unter Freunden und Bekannten.
Etliche weitere, namhafte Autoren haben inzwischen im Ledigenheim vorgelesen – unter ihnen Petra Oelker, Tina Uebel, Michael Jürgs und Sven Amtsberg. „Es gibt Anfragen, bei denen man nicht lange überlegt“, sagt Literaturhaus-Chef Rainer Moritz. „Dazu gehörte die, im Ledigenheim eine Benefizlesung zu machen. Denn diese soziale Einrichtung ist aus vielen Gründen unverzichtbar. Gäbe es sie nicht mehr, wäre das ein Armutszeugnis für Hamburg."
Durchschnittlich 40 Besucher haben die Lesungen, die vom eigens gegründeten Verein „Ros e. V.“ getragen werden. Manchmal auch mehr: „Als Hannelore Hoger da war, reichten die Stühle nicht“, berichtet Block. Eintritt muss man nicht bezahlen – dafür aber gerne spenden. Riesensummen kommen dabei nicht zusammen. Laut Block ist das auch nicht das Wesentliche. „Viel wichtiger ist, dass das Ledigenheim bekannter wird“, sagt er.
❱❱ www.rehhoffstrasse.de
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