Ein Jahr Street Art School in der Rindermarkthalle

Olaf Terhorst gibt gerne sein Wissen rund um verschiedene Techniken der Street Art weiter. Foto: KP Flügel
Hamburg: Street Art School St. Pauli |

Olaf Terhorst vermittelt Know-how und Kreativität rund um Kunst im öffentlichen Raum

K.P. Flügel,
St. Pauli/Sternschanze

Street Art ist in Hamburg aus dem öffentlichen Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Seit einem Jahr befindet sich in der zweiten Etage der Rindermarkthalle die Street Art School St. Pauli.
Olaf Terhorst, der Mann, der das Projekt zu Kunst im öffentlichen Raum wesentlich ins Rollen gebracht hat, ist von Beruf Unternehmensberater. „Das ist ein sehr konservativer Beruf. Tagsüber trage ich einen dreiteiligen Anzug und Hemd mit Manschettenknöpfen. Street Art ist für mich ein kreativer Ausgleich.“ Zum Fototermin auf dem Parkplatzdeck vor einer Wand mit Graffiti-Werken erscheint er selbstverständlich im St. Pauli-Schanzen-Style.
Über die Fotografie ist der 48-Jährige zu Street Art gekommen. „Ich wollte mehr darüber wissen.“ Da es an der Volkshochschule keinen Kurs gab, reifte in ihm die Idee, selbst eine Schule zu eröffnen. „Ich habe eigentlich nach einem Atelier gesucht, um mich selber kreativ zu betätigen. In der Rindermarkthalle waren soziokulturelle Flächen ausgeschrieben. Ein ‚Atelier für Olaf‘ klang nicht besonders soziokulturell. Da fiel mir wieder diese Idee mit der Street Art School ein...“
Die Bezeichnung als School empfindet er als zutreffend. „Leute, die am Anfang stehen, sollen an verschiedene Techniken herangeführt werden. Also Jugendliche, interessierte Erwachsene sowie diejenigen, die versuchen, sich ein berufliches Standbein zu erarbeiten.“ Im Rahmen von Workshops werden technisches Know-how, Kreativität und Gestaltungsfreude vermittelt, egal ob es um Sticker, Stencils – also Schablonenkunst –, Seed-Bombs – sogenannte Samenbomben zum Pflanzen – oder Paste-Ups –aufgezogene Plakate – geht. Gibt es eine ästhetisch schöne Street Art, die es zu fördern gilt? „Geschmack liegt immer im Auge des Betrachters. Plato und Konsorten haben sich schon an der Ästhetik der Formen versucht und kein finales Ergebnis gefunden.“
Gern würde Olaf Terhorst sozial benachteiligte Jugendliche ansprechen. Allerdings fehlen dazu die notwendigen finanziellen Mittel. „Das war und ist immer noch unser hehres Ziel. Wir haben schon ein paar Aktionen mit Flüchtlingen gemacht und ein Flüchtlingsheim verschönert.“
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