Ein geheimer Garten mitten in Neumühlen

Ein geheimer Garten mitten in Neumühlen.
Hamburg: Neumühlen | Neben den Häusern der Elbtreppen in Neumühlen, am Elbhang verborgen, befinden sich noch heute wenige Überreste aus der Vergangenheit des Elektrizitätswerk Unterelbe (EWU), das dort 1912/1913 erbaut und 1945 abgebrochen wurde.
Schon als Junge wollte ich vom Elbpark aus den Hang hinunterklettern, um zu sehen, wie es dort unten aussieht. Aber ich hatte es mir nie getraut und später geriet diese Idee in Vergessenheit. Vor ein paar Jahren, an einem schönen Sommertag, hatte ich diesen Einfall aus der Jugend in die Wirklichkeit umgesetzt und den Ort mit einem guten Freund besucht. Es war schon spannend für uns, wie Jungens den Elbhang hinunterzuklettern und der Abstieg erinnerte gleichzeitig an die Zeit, wo wir uns noch ein wenig fitter fühlten.
Nachdem wir mit heiler Hose unten angekommen waren und vom Abstieg erholt hatten, mussten mein Wegbegleiter und ich durch dicht bewachsende Büsche hindurch, die sehr hinderlich waren. Das erste was wir antrafen waren stählerne, verrostete Überreste einer Förderanlage und Betonsäulen, die aus dem aufgestauten Wasser der Hangquellen herausragten. Eine Klinkermauer, die aus der Zeit des E-Werks stammt, schottete diesen Platz von der Außenwelt ab und lies kaum andere Geräusche, der dahinter liegenden Straße, zu. Kleinere Bäume versuchten, märchenhaft verkrümmt, durch die Trümmerreste hindurch, in die Höhe zu wachsen. Der feuchte Boden bot für Pflanzenarten verschiedenster Art, wohl die besten Nährstoffe. Neugierig waren wir ein wenig durch das Gestrüpp weitergegangen und sahen, das sich durch das Hangquellwasser, kleinere Teiche gebildet hatten. Bevor damals das E-Werk Unterelbe gebaut wurde, gab es hier tatsächlich einen Teich, der aber für den Bau weichen musste. Heute findet das Wasser scheinbar seinen Weg wieder zurück. Was uns verwunderte war die rostrote Färbung des Wassers. Bei meiner Recherche konnte ich herausbekommen, dass es sich um eisenhaltiges Schichtenwasser handelt.
Libellen surrten an uns vorbei, die Vögel zwitscherten aus den Bäumen und das Sonnenlicht spiegelte sich zwischen dem Schilf im Wasser. Über die Mauer blinzelte das gläserne Dach vom Augustinum zu uns herüber. Man könnte schon fast meinen, dass wir uns in einem geheimen Garten, mitten in Neumühlen, befanden. Der Weg heraus war sehr einfach und wir hätten uns den Elbhang hinunter sparen können. Denn unten konnten wir ganz einfach einen Durchgang finden, der zu dem Gelände des Gebäudekomplexes der Elbtreppen führte.
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