Durch den Osten vom Osten

Beeindruckend fröhlich trotz Armut: Kinder aus Osttimor. (Foto: Pahnke)

Soweit das Fahrrad trägt – Folge 10: Weltreisender unterwegs durch Osttimor

Von Gaby Pöpleu

Am äußersten östlichen Zipfel Asiens, nördlich von Aus-tralien, liegt Osttimor, besser „Timor-Leste“. „So möchte der Timorese es hören. Denn die anderen Namen deuten auf die grauenvolle indonesische Unterdrückung, auf blutige Kämpfe vor der Unabhängigkeit hin“, sagt Anselm Pahnke. Gegen Ende seiner Weltreise auf dem Fahrrad radelte der Eimsbütteler durch das kleine Land, das nach portugiesischer Kolonialherrschaft und indonesischer Besatzung erst 2002 unabhängig wurde.
42 Grad feuchte Hitze, eine steinige Buckelpiste mit Riesenpfützen, viele arme Menschen in einfachen Hütten – Timor-Leste ist kein Touristenparadies. Doch Anselm Pahnke wollte es noch einmal wissen, schleppte sein 55-Kilo-Fahrrad durch Flüsse und überwand heftige Steigungen. Wie schon oft auf seiner Reise war er besonders von den fröhlichen Kindern beeindruckt. „Sie spielen hier mit Kreiseln, und schon dieses einfache Spiel macht sie glücklich.“

Ein Fußballtor, ein paar Kühe, einige Häuser – ein Dorf
Ganz im Osten der Insel ging es noch einmal steil bergauf. Für 700 Höhenmeter kalkulierte Pahnke sieben Stunden extreme Anstrengung. „Ich wusste schon vorher, dass es nochmal richtig krass wird.“ Er musste die Luft aus den Reifen lassen, fuhr mit nur noch 1,5 Bar um überhaupt noch Griffikeit auf dem glatten Gestein zu haben.
Menschliche Siedlungen sind hier dünn gesät, höchstens alle 60 Kilometer stieß er auf ein Dorf, in dem er Wasser oder Lebensmittel kaufen konnte. Aber wegen der schlechten Straße – es gibt nur eine – kam er täglich oft nur 40 bis 50 Kilometer voran. Das Abendessen fiel dann manchmal entsprechend karg aus. Einmal bekam er von Holzfällern ein Stück Fleisch, „aber von welchem Tier das wohl stammte?“ Dazu gabs Bohnen – fertig war die einfache Mahlzeit, „immerhin besser als nichts“, fand Pahnke. „Aber die Atmosphäre hier und die Landschaft sind einfach unvergleichlich.“
Und auch die Natur: Eines nachts traf der Weltreisende auf ein 1,40 Meter langes Leis-tenkrokodil. „Das ist aber schnell verschwunden, als ich mich näherte“, stellte er fest. Und zufällig war er an einer Schildkröten-Schutzzone am Strand gelandet. „Hier vergraben die Schildkröten wohl ihre Eier im Sand.“ Und dann tauchten auch wieder einfache Behausungen auf. „Ein Fußballtor und ein paar Kühe – ich war wieder da wo Menschen leben“, freute sich Pahnke.

Fortsetzung folgt
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