Doch wieder mehr Fußball an der Kreuzkirche

Gähnende Leere wird an der Kreuzkirche zukünftig nur noch zu eingeschränkten Zeiten herrschen. Foto: düse

Bezirk verlängert Nutzungszeiten für FC Teutonia 05

W. Düse, Altona

Nur kucken, aber nicht drauf spielen – diese Horrorvision ist für den FC Teutonia 05 und die vielen anderen in Hamburg betroffenen Sportvereine vom Tisch. Nach Vorlage der Ergebnisse von Lärmmessungen im Oktober und November hat das Bezirksamt Altona nun neue, erweiterte Nutzungszeiten für den neu errichteten knapp 500.000 Euro teuren Kunstrasenplatz an der Kreuzkirche festgelegt.
Damit ist der nächste Zug in einer bereits monatelangen Hängepartie gespielt. Ausgelöst worden war diese durch die Lärmschutz-Klage einer Anwohnerin.
Was ändert sich? Fortan darf sonnabends 450 Minuten statt bisher 300 Minuten gekickt werden, sonntags 360 statt bisher 180 Minuten. In der Kernzeit des Spielbetriebs am Wochenende zwischen 13.00 und 15.00 darf jedoch weiterhin nicht gespielt werden, in der Woche muss auf dem Gottfried-Tönsfeldt-Sportplatz um 21 Uhr Schicht sein.
Möglich geworden ist dies durch eine Änderung der Sportanlagenlärmschutzverordnung durch das Bundeskabinett am 30. November des vergangenen Jahres. Dabei wurden unter anderem die möglichen Abstände zwischen Sportplätzen und Wohnbebauung in etwa halbiert und die zulässigen Lärmimmissionen um fünf Dezibel erhöht.
Das ist aber nur der Spatz in der Hand und nicht die Taube auf dem Dach, die sich Teutonia 05 und Altonas Bezirkspolitiker von der Umgestaltung versprochen hatten. Der Klub nimmt derzeit mit 36 Mannschaften am Spielbetrieb des Hamburger Fußball-Verbandes teil, davon 30 Jugendteams. Zeit und Platz wird also dringend gebraucht. Eine Rückkehr zu den Nutzungszeiten der seligen Grandwüste an der „Kreuze“ werde es jedoch nicht geben, betonte die Behörde bei der Vorstellung der Ergebnisse.
Scheinbar kann Teutonia 05 ohne ein wenig Aufregung aber nicht leben. Jetzt wurde bekannt, dass Florian Gossow, von Bert Ehm installierter Trainer des unangefochtenen Landesliga-Spitzenreiters, aufgrund von „gesundheitlichen Problemen und beruflicher Überlastung“ die Ottenser nicht mehr coachen wird. Vorübergehender Nachfolger wird sein Vorgänger Liborio Mazzagatti. Eine Rückkehr in „alte Zeiten“ ist aber auch das nicht.

Drei Fragen an Diddo Ramm (Vorsitzender des FC Teutonia 05)
Herr Ramm, kann der FC Teutonia 05 mit den nun vom Bezirksamt verlängerten Nutzungszeiten leben? Diddo Ramm: Der FC Teutonia 05 freut sich über die verlängerten Nutzungszeiten. Weitere Trainingszeiten auf umliegenden Anlagen sind aber weiterhin nötig.
Welche Ausweichmöglichkeiten gibt es, wie kann der Verein unter diesen Rahmenbedingungen den Spielbetrieb aufrechterhalten?
Ramm: Bis nach den Frühjahrsferien wird alles klappen. Danach kehren alle „kleinen“ Teams aus der Hallensaison zurück an die Kreuzkirche. Da wird es wieder sehr eng. Bisher gibt es nur die Anlage Memellandallee, die leider bereits von sehr vielen anderen Vereinen genutzt wird. Wir sind gespannt auf die neue Anlage an der Autobahnauffahrt Othmarschen.

Was wünschen Sie sich von der Politik in Zukunft?
Ramm: Über andere mag ich ungern reden. Insgesamt scheint das Thema inzwischen bei allen angekommen zu sein. Auch wir als Verein haben sehr daraus gelernt.
MG
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1 Kommentar
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Matthias BeschnIdt aus Ottensen | 27.01.2017 | 01:17  
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