Die Wut der Senioren

Fühlen sich von ihrem Vermieter nicht gehört und nicht Ernst genommen: Mieter der Seniorenwohnanlage Behringstraße 40.

Mieter der Wohnanlage Behringstraße 40 gehen auf die Barrikaden.

Es reicht ihnen: 60 wütende Senioren versammelten sich am vergangenen Dienstag in der Service-Wohnanlage der Saga/GWG in der Behringstraße 40. Ihr Vorwurf: „Man hält uns hin, wenn wir uns beschweren. Die Pförtnerloge wurde geschlossen – kurz vorher wurde die Miete erhöht. Und unsere Anlage verkommt.“
Laut Saga/GWG ist die Wohnanlage in ruhiger Hoflage ein Paradies: 150 barrierefreie Wohnungen, Hausbetreuerloge, Getränkeverkauf im Haus. So steht es im Prospekt. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Ja, Lage und Wohnungen seien sehr schön, bestätigen Arthur (77) und Linda Schroeder (71), die seit zehn Jahren hier wohnen. Aber Getränkeverkauf? Gibt es nicht mehr. Hausbetreuerloge? Auch nicht. Und Barrierefreiheit? Um zum Fahrstuhl zu gelangen, müssen Zwischentüren geöffnet werden, die so schwer sind, dass einige Hausbewohner sie nicht aufbekommen. Linda Schröder, nach Schlaganfall und Hüftoperation auf den Rollator angewiesen, schafft die Tür nur mit Hilfe ihres Mannes.
„Mehrmals haben wir bei der Saga/GWG darauf hingewiesen, dass die Schwingtüren zu schwer sind“, erklären Freya Steps und Renate Olbort. Jedesmal habe es geheißen: „Unsere Techniker arbeiten dran.“ Ihre Hoffnung: Türen, die von selbst aufgehen, beziehungsweise mit einem Knopf aufzudrücken sind. Passiert ist bisher nichts.
Auch würde, so die Kritik der Mieter, die Anlage zunehmend verlottern. Steps: „Die Papierkörbe sind alle entfernt worden. Der Fahrstuhl ist so
dreckig, dass viele nur noch mit dem Schlüssel auf die Knöpfe drücken, weil sie ihre Finger nicht schmutzig machen wollen. Und unser schöner Garten verkommt!“

Saga/GWG schmettert alle Vorwürfe ab
Dr. Michael Ahrens, Pressesprecher der Saga/GWG, erklärt:
„Vertreter der Saga/GWG haben nach einem Ortstermin und nach Rücksprache mit Technikern und dem zuständigen Hauswart Folgendes festgestellt:
Außenanlagen, Treppenhäuser, Aufzüge, Kellergänge und Flure sind weder verschmutzt noch verdreckt. Fotos dazu liegen uns vor.
Brandschutztüren: Die Türen müssen im Brandfall geschlossen sein. Dies kann, so wie in der Behringstraße 40, über dauernd geschlossene Türen erfolgen. Die von Ihnen ins Spiel gebrachten Änderungen sind sehr aufwendig, verursachen hohe Kosten und sind zudem sehr wartungsintensiv, was die Betriebskosten für die Mieterinnen und Mieter erhöhen würde.
Hausbetreuerloge: Die Loge in der Anlage Behringstraße 40 wurde zum 31. Dezember geschlossen, weil die Bundesmittel für Logen Ende 2012 drastisch gestrichen wurden.
Papierkörbe: Im Außenbereich der Seniorenwohnanlage waren drei Papierkörbe montiert. Diese wurden jedoch vermehrt fehlbefüllt, sodass sich die Saga/GWG gezwungen sah, zwei der Papierkörbe zu entfernen.
Getränkeverkauf: Der Getränkeverkauf wurde durch das DRK und nicht durch uns organisiert. An der Tür des ehemaligen Getränkeverkaufs hängt nun eine Information für einen Getränke-Lieferdienst mit Telefonnummer.
Putz- und Gartenarbeiten: Der Umfang für die Arbeiten der Treppenhausreinigung sowie der Gartenpflege sind nicht reduziert worden. Alle anderen Behauptungen sind falsch.“
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