Die Tanzenden Türme feiern Richtfest

Hochfester Stahl: Bauleiter Avelino Gomes zeigt ein Reststück der 770 Stützen, die in den beiden Türmen verbaut wurden. (Foto: cvs)
Von Christopher von Savigny. Am Donnerstag feiern die Tanzenden Türme Richtfest. Die Aussicht ist spektakulär: Michel und Elbphilharmonie – zum Greifen nah. Der olle Bismarck – fast könnte man ihm auf den Kopf spucken. Und nicht zuletzt: Elbe und Alster gleichzeitig – wo gibt’s das schon?
Rund ein Jahr vor der Einweihung sind die Rohbauarbeiten an den Tanzenden Türmen am Millerntorplatz so gut wie abgeschlossen. In luftiger Höhe werden derzeit die letzten, bis zu 800 Kilo schweren Fensterelemente eingebaut. Graue Betonverstrebungen zeigen mal hierhin, mal dorthin – alles steht irgendwie schräg. „Statisch gesehen war der Bau eine große Herausforderung“, sagt Bauleiter Avelino Gomes und präsentiert eine der 770 Stahlstützen, die in den Türmen verbaut wurden. „Sie wurden extra für die Tanzenden Türme entworfen“, sagt er. 35 Zentimeter Materialstärke genügen, um den schiefen Gebäuden ausreichend Festigkeit zu geben – nach oben hin werden die Stützen sogar noch erheblich dünner.
Büros und Restaurants sollen im nächsten Sommer hier einziehen – allein für den Bauherrn, die Firma Strabag, sind 14 Stockwerke vorgesehen. Und in den vier Untergeschossen des Areals soll der ehemalige Mojo-Club wieder aufleben. Für Strabag-Projektentwickler Kai Ladebeck symbolisieren die schrägen Gebäude „das gegensätzliche Miteinander unterschiedlicher Lebensformen“ – „So, wie man es auf St. Pauli findet“, sagt Ladebeck.
Auch Reeperbahn-Touristen fallen die geknickten Türme auf: „Die sind schon eine Attraktion für Hamburg“, findet Claude Bienvenue aus Rheinland-Pfalz. „Solange es den Leuten da oben nicht schlecht wird!“ Andere können mit der Architektur weniger anfangen: „Da haben sich wohl die Architekten dran ausgetobt“, vermutet Heiner Hentschel aus Celle. Laura Niewöhner und David Kobusch aus Gütersloh sind der Meinung, die Türme passten gut zur Reeperbahn. „Aber wir finden klassizistische Bauten aus dem 18. Jahrhundert interessanter!“
Die Tanzenden Türme sind ein Bauprojekt von Hamburgs Star-Architekt Hadi Teherani. Auf dem 5.400 Quadratmeter großen Grundstück einer ehemaligen Bowlingbahn am Millerntorplatz entstehen zwei 75 und 85 Meter hohe Bürotürme mit spektakulärer Architektur: Die Fassaden der beiden Gebäude haben im siebten beziehungsweise 18. Stock jeweils einen Knick – das Resultat ist eine Art verschobenes „X“, das an ein tanzendes Paar erinnern soll.Die Kosten liegen bei 180 Millionen Euro. Darin eingeschlossen ist der Bau eines benachbarten Hotels mit 217 Zimmern. Zum Richtfest am 29. September sind 600 Gäste eingeladen.
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