Die Okeanide vom Behn-Brunnen ist wieder da

Eine wahre Schönheit, die Okeanide.
 
Die Okeanide im restaurierten Zustand
Die Gebrüder Reich sind leidenschaftliche Verehrer einer wunderschönen Altonaerin. Pensionär Wolfgang K. Reich (73) kennt die Dame schon von Kindheit an, als er sie in einem Fotoband seines Vaters entdeckte.
Eine Skulptur aus Bronze, 1890 von dem Künstler Wilhelm Gieseke (1853-1917) erschaffen, wurde sie zu Ehren des ehemaligen Altonaer Bürgermeisters Caspar Behn (1799-1853) in der Mitte einer schönen Brunnenschale auf einer geschmackvoll und aufwendig verzierten Wasser speienden Säule aufgestellt.
Im zweiten Weltkrieg hatte die Skulptur, die ihren ersten Standort Ecke Allee/Goethe-Allee (Heute Max-Brauer-Allee) hatte, mehr Glück als die Brunnenschale und die Säule, auf der sie stand, denn beides wurde zerstört. Bis sich geklärt hatte, was nun mit der Okeanide passieren sollte, wurde sie von 1945 bis circa 1963 im Keller des Bezirksamtes sichergestellt. Erst dann erfuhr die wunderschöne Altonaerin wieder Tageslicht und bekam einen nicht so ehrenvollen Platz auf einem Betonsockel, in einer eckigen Brunnentasse, Ecke Königstraße/Behnstraße.
Wolfgang K. Reich hatte nie aufgehört, die Okeanide zu besuchen und machte sich nach und nach große Sorgen um ihren aktuellen Zustand. Eine Restauration war nötig, aber wie das in die Wege leiten? Viele Anrufe bei wichtigen Leuten waren nötig, aber einige Stellen konnten ihm nicht weiterhelfen. Nach einer Weile sollte sich seine Geduld aber auszahlen, als er mit Ruth Hauer (Denkmalschutzamt Hamburg) schriftlich Kontakt aufnehmen konnte. Nun war die Bahn frei für eine Restauration, aber wo die nötigen Sponsoren finden, die dafür aufkamen?
Sein Bruder Reimund Christian Reich (81) sagte zu, die Kosten übernehmen – aber nur, wenn es möglich sei, eine Kopie der Okeanide zu erhalten. Die wollte er sich auf seinem Grundstück in Madeira (Portugal) in einer Brunnenschale stellen und hätte dann dort ein attraktives Stück Altona bei sich.
Für Frau Ruth Hauer ein Wagnis, aber sie willigte ein. Die Okeanide wurde vom Betonsockel abgebaut und machte eine Reise nach Berlin. In der Bronzemanufaktur Noack erfuhr sie eine komplette Restauration, die fünf Monate dauern sollte, dort wurde auch gleichzeitig die Kopie angefertigt. Am Vormittag den 30. Juli 2015 war es dann so weit, die Skulptur kam wieder zurück nach Altona und wurde wieder aufgestellt.
Von der Patina befreit, kann nun ihre wahre Schönheit betrachtet werden. Die Delphine zu ihren Füssen, die vorher als Wasserspeier keine Funktion mehr hatten, funktionieren nun wieder, dank neuer Leitungen. Die Kogge, Sinnbild für Schifffahrt, die sie in ihrer rechten Hand hält, bekam das fehlende Ruder wieder, und in der linken Hand hält sie nun einen Ölzweig, Sinnbild für Wachstum. Sie selbst stellt die allegorische Verkörperung der Stadt Altona da.
„Ich kenne die Figur von Kindesbeinen an“, erzählt stolz Wolfgang K. Reich.“ Sie zählt für mich zu den schönsten Brunnen Hamburgs, das hatte mich motiviert, meine Gedanken umzusetzen. Enthüllt wurde der Behn-Brunnen am 18. Oktober 1890 vom Altona-Ottensener Verschönerungsverein, am 18. Oktober 2015 könnte man sozusagen nun 125 Jahre Jubiläum feiern.“
Sein Bruder Reimund Christian Reich überlegt schon, eine neue passende Brunnenschale für die Okeanide zu sponsern, aber dafür sind noch einige Gespräche nötig.
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