Die Kunst steht auf dem Kopf

Kurz vor dem Absprung: „Capricorn Two“. (Foto: pr)

Installation „Capricorn Two“ ist bis zum 2. August im Alten Elbpark zu erleben.

Was macht das Tier da auf Bismarcks Schädel? Seit gestern steht ein überlebensgroßer Steinbock sprungbereit auf dem höchsten Punkt des Bismarck-denkmals im Elbpark.
Das kann nur Kunst sein – und das ist es auch. Der drei Meter hohe Steinbock ist eine Installation des Wiener Künstlerkollektivs Steinbrener/Dempf & Huber, das im Rahmen des Hamburger Architektursommers zum ersten Mal in die Hansestadt kommt.
Mit „Capricorn Two“ bringen sie, so ein Zitat, „ ... im Bismarck Jahr das höchste Bismarckdenkmal der Welt noch mehr als bisher in Schieflage“. Gleichzeitig wird der marode Koloss dank des springlebendigen Kunst-Bocks zum Bergmassiv, schrumpft die ganze Stadtsilhouette vor den gewaltigen Ausmaßen des drei Meter hohen Riesentiers zur Kulisse. Die Künstler: „Die Hansestadt samt Denkmal wird zur Gebirgslandschaft transformiert.“
Was die Künstler erreichen wollen: Im Jahr, in dem Bismarck seinen 200. Geburtstag feiert und in dem AfD und Pegida neue Bismarck-Parolen schwingen, zum Denken aufzufordern.
In Deutschland gibt es 700 Bismarck-Denkmale, das in St. Pauli ist mit 34 Metern Höhe das größte. Und baufällig: Es neigt sich neun Zentimeter in Richtung Osten. Ursache dafür sind die Katakomben darunter, die im zweiten Weltkrieg zu Luftschutzkellern ausgebaut wurden, sie haben Risse und Feuchtigkeitsschäden.
Abreißen oder sanieren? Darum gab es in Hamburg eine erbitterte Diskussion, ist der Eiserne Kanzler doch alles andere als unumstritten. Das Ergebnis: Bismarck wird, inklusive Park drumrum, für 13 Millionen Euro wieder fit gemacht. Dazu haben die Künstler aus Wien eine dezidierte Meinung: Sie finden die Restaurierung „pompös“, der Steinbock soll dem Kanzler „als Verballhornung die tierische Krone aufsetzen“.
„Capricorn Two“ wird bis zum 2. August auf dem Bismarck-denkmal installiert sein. Fast zwei Jahre dauerte es, alle Genehmigungen einzuholen und die Finanzierung sicherzustellen. Öffentliche Gelder wurden nicht verwendet.

❱❱ www.steinbrener-dempf.dom
❱❱ www.architektursommer.de

So wird der neue Alte Elbpark
Das Quartiersmanagement der Neustadt lädt für Dienstag, 26. Mai, 18.30 Uhr zur Stadtteilkonferenz in der Rudolf-Roß-Grundschule, Kurze Straße 30. Hauptthema ab 19 Uhr: die Präsentation der vier Konzepte zur Sanierung des Alten Elbparks.
Davor, in der ersten halben Stunde, wird der Veranstalter der Harley Days und Cruise
Days den Anwohnern beide Events vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen.
Die Stadtteilkonferenz ist eine regelmäßige, öffentliche Diskussionsveranstaltung um Informationen, Meinungen und Vorschläge zwischen den Anwohnern, Einrichtungen und Institutionen der Neustadt auszutauschen und zu koordinieren.
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