Die Kräuterfrau von Ottensen

Brennessel in Fischers Park: Für die einen ein „Unkraut“, für Kräuterfrau Sabine Hustedt eine Heilpflanze. Die Ottensenerin findet in Parks und am Wegesrand Heilkräuter wie Knoblauchranke, Giersch und Nelkenwurz, früher eine bekannte Heil- und Gewürzpflanze, die in den meisten Gärten angebaut wurde. (Foto: rs)
Von Reinhard Schwarz. Brennessel, Giersch und Spitzwegerich: Was Hobbygärtner in Rage bringt, lässt bei Sabine Hustedt die Augen leuchten. Denn die Ottensenerin ist Kräuterfrau, beschäftigt sich seit Jahren mit den unscheinbaren Gewächsen am Wegesrand und deren Heilkräfte. Entsprechend spricht sie auch nicht von Unkräutern, sondern von Wildkräutern. „Mir geht es darum, das Wissen der Kräuterfrauen weiterzugeben,“, sagt die gelernte pharmazeutisch-technische Assistentin. Und sie gibt ihr Wissen weiter: an Schulklassen, an Kita-Kinder und auch an Erwachsene.
Fündig wird sie im nahe gelegenen Fischers Park, auf dem Friedhof Bernadotte Straße oder in der Kiesgrube Sülldorf. Hier wachsen Löwenzahn, Ringelblume oder auch die Vogelmiere deren Samen von Vögeln geschätzt werden. „Sie sind voller Mineralien und Vitaminen“, weiß Sabine Hustedt.
Auch die Allerweltspflanze Löwenzahn hat es in sich, sagt die Kräuterfrau. „Der Löwenzahn, vor allem die Blüte, ist essbar, die Blätter kann man als Salat verwenden, der Löwenzahnstengel ist sehr gesund für Diabetiker.“ Sie selbst stellt aus der Blüte einen Sirup her.
Ein weiterer Favorit ist der Spitzwegerich, eine „Trittplanze“ am Wegesrand. „Die Forschung hat bestätigt, dass der Spitzwegerich die Blutgerinnung verstärkt.“ Auch bei wunden Füßen infolge langer Wanderungen helfe ein Blatt des Wegerichs. Wissenschaftlern gilt die Pflanze als „natürliches Antibiotikum“.
Giersch, der Alptraum aller Gärtner, gilt als Mittel gegen Gicht und Rheuma. Sabine Hustedt warnt Laien indes vor „Selbstexperimenten“: „Wenn man nicht hundertprozentig sicher ist, um was es sich handelt, sollte man die Finger davon lassen.“ Denn manche Pflanzen sind giftig. Auch seien Kräuter kein Ersatz für den Gang zum Hausarzt.
Sabine Hustedt will die Pflanzen indes nicht als bloße Gesundmacher verstehen, sondern auch über die magische Bedeutung sprechen, die den Kräutern in der Volksmedizin früherer Jahrhunderte zukam. Sie betont aber auch: „Ich möchte niemanden bekehren.“
nfos iund Anmeldung: Tel 57 22 81 66, www.kraeuterschule-altona.de
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