Die Jahrhundertpflanze blüht

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Gärtner Heiko Lüdke kennt seine Agave weberi seit zwölf Jahren. „Dass sie jetzt blüht, ist ein echtes Highlight“, sagt er.

Seltenes Ereignis in Planten un Blomen: Agave steht in Blüte.

Von Christopher von Savigny.
Die Tropengewächshäuser in Planten un Blomen bieten derzeit eine Attraktion, wie sie nur alle paar Jahrzehnte einmal zu besichtigen ist: Im Kakteenhaus blüht in diesen Tagen eine Agave weberi. Der Blütenstand der aus Mexiko stammenden Pflanze ist 7,5 Meter groß und reicht über das Glasdach des Gewächshauses hinaus. Noch bis etwa Ende September können sich Besucher selbst einen Eindruck von dem seltenen Ereignis verschaffen. Nach dem Ausblühen stirbt die Pflanze ab.
Zierpflanzengärtner Heiko Lüdke arbeitet seit 15 Jahren in Planten un Blomen und hat die Agave seit zwölf Jahren gepflegt. „Es ist natürlich ein Highlight, wenn eine Pflanze nach so langer Zeit anfängt zu blühen“, sagt er. In der Natur vorkommende Agaven brauchen bis bis zu 100 Jahre, um einen Blütenstand auszubilden – daher heißen sie auch „Jahrhundertpflanze“. Bei dem Exemplar in Planten un Blomen handelt es sich um eine Art, die nur aus Kulturen bekannt ist. Sie wurde Anfang der 1980er Jahre in Hamburg eingepflanzt. In ihrer Heimat Mexiko wird sie zur Gewinnung von Fasern und Saft angebaut. Letzterer dient als Grundstoff für das mexikanische Nationalgetränk „Pulque“.
Auch durch das Glasdach hindurch kann man den mächtigen Blütenstand der Pflanze gut erkennen. Er setzt sich aus 1.500 Einzelblüten zusammen. Bienen, Wespen und andere Insekten umschwirren die süß duftenden, grüngelben Büschel. „In Mexiko übernehmen Kolibris die Aufgabe der Bestäubung“, berichtet Lüdke. „Dass es bei uns auch klappt, ist eher unwahrscheinlich.“
Im Februar diese Jahres hatte sich das Ereignis erstmals abgezeichnet, 190 Tage später war die Maximalhöhe erreicht. Dass die Hauptblütezeit nun in den Hamburger Spätsommer fällt, kann man nur als Glücksfall bezeichnen: Denn ansonsten hätte man aufgrund der Kältegefahr die Fenster nicht öffnen können. Die einzige Lösung wäre gewesen, den Stamm abzuschneiden.
Rund 200 Besucher zusätzlich pro Tag strömen zurzeit in die Tropengewächshäuser, um die Agave zu besichtigen. „Sowas kriegt man schließlich nicht alle Tage zu sehen“, sagt Lüdke.

Tropengewächshäuser Planten un Blomen. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9 bis 16.45 Uhr, sonnabends, sonn- und feiertags von 10 bis 17.45 Uhr. Letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schließung. Der Eintritt ist frei.
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