Die Flamenco-Familie: drei Leben für die Musik

Familie Breustedt: Harmonie zu Hause auf dem Sofa...

Vater, Mutter, Tochter Breustedt – musikalische Kosmopoliten aus Bahrenfeld.

Das Trio Mar y Arena - das sind drei großartige Flamenco-Musiker. Doch das musikalische Trio gehört nicht nur auf der Bühne zusammen, sondern auch im wahren Leben. Jürgen Breustedt (56), Gitarrist und Musiklehrer, und seine mexikanische Frau, die Sängerin und Tänzerin Rocío Esperanza Osorio (41), leben mit ihrer Tochter in einem stillen Winkel von Bahrenfeld. Die 15-jährige Vanessa ist die Perkussionistin des Trios.
Breustedt, in Bahrenfeld aufgewachsen, zog es schon als Kind zur Gitarre. Mit Nebenjobs verdiente er sich das Geld für die Musikstunden – seine Familie konnte sie nicht bezahlen. Mit 20 Jahren brach er auf nach Spanien. Sein Ziel: professioneller Flamencogitarrist zu werden. Er studierte in Sevilla und Cordoba, heimste erste Preise ein.
Dann hielt ihn auch Europa nicht mehr – weiter gings nach Mexiko, wo er mit Flamencogruppen tourte und sich auch wissenschaftlich mit dem Thema befasste: Breustedt untersuchte im Auftrag der mexikanischen Regierung den Einfluss des Flamencos auf die Folklore des Landes.
1995 traf er Rocío, die ebenfalls für den Flamenco brannte. Hauptberuflich aber hatte sie sich für ein Journalistik-Studium entschieden und arbeitete danach als Redakteurin.
Erst 2001 entschied sich auch Rocío, ihr Leben ganz der Musik und dem Tanz zu widmen. Die junge Familie – inzwischen war Vanessa geboren – verließ Mexiko und zog nach Sevilla, wo Rocío an einer der renommiertesten spanischen Flamencoschulen ihr Diplom erwarb.
Seit 2003 lebt die Familie in Hamburg; neben Bühnenauftritten arbeitet Jürgen als Musiklehrer, Rocío unterrichtet Flamenco. Rocío lebt gern in Deutschland: „Zu Hause ist, wo man ist.“ Das einzige, was ihr zu schaffen macht: „Das Wetter!“
Vanessa besucht die 9. Klasse des Gymnasiums Altona. Seit sechs Jahren hat sie Klavierunterricht, nebenbei spielte sie bis vor kurzem in einer Band. Mit elf Jahren stand sie zum ersten Mal als Perkussionistin des Trios auf der Bühne. Klar, dass auch sie nach dem Abitur einen musikalischen Lebensweg gehen wird.
Wie ist das, als 15-Jährige mit den Eltern im Rampenlicht zu stehen – in einem Alter, in dem viele Jugendliche möglichst überhaupt nicht mit ihren Eltern gesehen werden wollen? Vanessa lacht: „Ich finde das gut, es vereint uns als Familie, und das ist ein tolles Gefühl.“
Familie Breustedt ist am Sonntag, 16. Juni, ab 19 Uhr im Altamira, Bahrenfelder Straße 331, zu erleben. Davor schon am Donnerstag, 13. Juni, in Hanstedt im Café Augustenhöh.
www.flamenco-tanz-hamburg.de
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