Die Demokratie-Fabrik aus Bahrenfeld

Politik auf der Bühne? Aber sicher! „Ich glaube an Bürgerbeteiligung“, sagt Dagrun Hintze, künstlerische Leiterin. Foto: cvs

„Staging Democracy“: Das Lichthof-Theater wagt ein Experiment

Ch. v. Savigny, Bahrenfeld
Woher der Begriff „Politik“ eigentlich stammt? Erst kürzlich ist Dagrun Hintze darauf gestossen, als sie ein Buch über die Ursprünge der Demokratie in der Hand hielt. „Ich fand das ungeheuer spannend“, berichtet sie. Schließlich passt die Übersetzung tatsächlich wie die Faust aufs Auge: „Politiká“ – griechisch für „Dinge, die die Stadt betreffen“. Genau darüber möchte Hintze, künstlerische Leiterin des neuen Lichthof-Theaterstücks „Staging Democracy“ mit den Altonaern sprechen. Für das Projekt, das am Freitag, 3. November, beginnt, werden jetzt interessierte und diskussionsfreudige Teilnehmer gesucht.Im Grunde geht es in dem neuen Lichthof-Stück – das (noch) gar kein Theaterstück ist, sondern vorerst ein breit angelegtes und anspruchsvolles Diskussionsforum – um Bürgerbeteiligung. Und wie man die Bürger überhaupt dazu kriegt, sich zu beteiligen. Populismus und rechte Hetze haben Dagrun Hintze dazu gebracht, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Am Morgen nach der Trump-Wahl in den USA sei ihr die Idee gekommen, so Hintze. „Demokratie ist nicht einfach da“, sagt sie. „Man muss sie sich erkämpfen“

Wie funktioniert „Staging Democracy“? 

Und so soll die Bahrenfelder Demokratie-Fabrik funktionieren: Zunächst finden sich die Teilnehmer zu einem „demokratischen Roulette“ zusammen, bei dem ausgelost wird, wer später in welchem Themengebiet mitarbeitet – und wer überhaupt mitmachen darf. 75 Plätze stehen zur Verfügung. Zu den fünf Themenrunden („Factories“) zählen Bildung und Kultur, Energie-, Klima-, Umwelt- und Tierschutz, Soziales, Verkehr und Stadtentwicklung sowie Wirtschaft und Finanzen. Sogar eine antike Losmaschine („Kleiroterion“), nachgebaut von einem deutschen Historikerteam, kommt zum Einsatz. Dabei sein kann jeder, der sich dazu berufen fühlt, über 16 Jahre alt ist und bislang kein politisches Amt innehatte. „Man braucht kein Abitur, sollte aber Wachheit und Interesse mitbringen“, sagt Hintze. Und Zeit: Denn von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie sich intensiv auf ihr Themengebiet vorbereiten. Die Öffentlichen Bücherhallen stellen zu dem Zweck kostenlose Infomaterialien bereit. Aus den Ergebnissen des Bahrenfelder „Think Tanks“ entsteht im Laufe des nächsten Jahres ein Theaterstück, das im Lichthof aufgeführt wird.
❱❱ „Staging Democracy“Freitag, 3. November, 19.30 Uhr, im Lichthof-Theater, Mendelssohnstraße 15b. Anmeldung (unbedingt erforderlich!)
unter Tel. 0152 – 52 00 15 89 oder sd@lichthof-theater.de
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