Deutschlands schmutzigstes Pissoir

Da mag man gar nicht hingucken...

Es steht an der Reeperbahn, Ecke Hamburger Berg.

St. Paulianer Heinz Mann (69) und Taxifahrer Engin Öguz (57) sind sich einig: Dieses Pissoir ist eine Schande für den Kiez. In derAbflussrinne steht eine gelblich-braune Brühe, es stinkt, die Scheiben sind beschmiert. Die kleine Bedürfnisanstalt an der
Ecke Reeperbahn und Hamburger Berg direkt vor Kentucky Fried Chicken ist ekelerregend. „Immer wieder ist die Rinne verstopft, weil Leute hier nicht nur pinkeln, sondern ihr großes Geschäft verrichten. Dann steht die Gülle bis zum Rand, läuft sogar auf den Boden. Und manchmal machen die direkt auf den Fußboden!“, sagt Mann.
Taxifahrer Öguz kann das bestätigen. Das Pissoir ist eigentlich auch für die Fahrer da, die mit ihren Autos hier am Taxenstand warten. Aber Öguz benutzt es lediglich im äußersten Notfall und nur, wenn es gerade geputzt wurde. Er hat die Entwickung jahrzehntelang beobachtet; seit 1971 fährt er auf St. Pauli Taxi. „Früher war das viel besser“, sagt er, „aber seit diese Leute hier sind....“ Eine Gruppe Obdachlose hat an der Ecke ihr Lager aufgeschlagen, das Pissoir ist quasi ihr Badezimmer.
Verantwortlich für den Betrieb und die Sauberkeit dieses wie auch aller anderen Pissoirs in der Stadt ist das Unternehmen JC Decaux; in deren Auftrag reinigt die WallAG die Toiletten. Ein Sprecher sagt mit resignierter Stimme: „Wir kennen das Problem. Wir haben viele Standorte in Deutschland, aber das ist der schlimmste. Dieser Standort stellt alle anderen in den Schatten.“
Das Pissoir wird regelmäßig einmal in 24 Stunden gereinigt. Darüber hinaus habe man immer wieder versucht, die Situation durch neue Ideen und Maßnahmen zu verbessern.Unter anderem habe man ein Gitter über der Rinne angebracht.
„Wir dachten, das ist eine gute Idee. Aber das Gitter wurde erst demoliert und dann geklaut“. Mehrmals habe man das Pissoir frisch gestrichen... ohne Erfolg. Offene Worte: „Das macht man ein, zwei Mal und dann lässt man es. Alle Veränderungen haben nichts gefruchtet.“
Inzwischen, so der Pressesprecher, habe man es aufgegeben, Geld in Maßnahmen zu stecken, die nichts brächten.
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