Der Weihnachtsmann wohnt in Norderstedt

Weihnachtsmann aus Passion: Ingo Schikschneit (59) aus Norderstedt ist als bärtiger Geschenkeverteiler in Altona und Bahrenfeld unterwegs. Foto: cvs

Wochenblatt-Interview: Ingo Schikschneit zieht an
Heiligabend mit Geschenksack von Haus zu Haus

Christopher von Savigny.
Ingo Schikschneit (59) macht schon in Zivil eine gute Figur: Rund 1,80 Meter groß, kräftig gebaut und mit Bart. Mit einem richtigen grauweißen Bart – so wie es sich für einen Weihnachtsmann gehört. Das Wochenblatt trifft Schikschneit im Autohaus Wichert in Bahrenfeld, wo sich der Weihnachtsmanndarsteller auf einen Auftritt vorbereitet. Damit ihn bereits anwesende Kinder nicht erkennen, versteckt er seine ansehnliche Gesichtsbehaarung während der Mikrofonprobe hinter einem Schal. Ja, Schikschneit, im wahren Berufsleben Gästeführer und Massagetherapeut aus Norderstedt, nimmt seinen Job sehr ernst – und das bereits seit 15 Jahren.

Herr Schikschneit, Ihr Bart sieht einfach großartig aus! Tragen Sie den immer? Nein, den lasse ich mir jedes Jahr ab Juli wachsen. Das muss sein, denn so ein angeklebter Theaterbart wirkt doch sehr unecht. Hinter all der Watte können Kinder den Mund gar nicht sehen, der zu ihnen spricht. Das geht nicht, da wird das Gesicht zur Maske! Abgesehen davon hält ein Wattebart auch nicht die zehn Stunden, die ich an Heiligabend auf Achse bin.

Welches Sprüchlein muss ich denn aufsagen, um von Ihnen ein Geschenk zu bekommen? Ganz bestimmt nicht: Lieber guter Weihnachtsmann, schau mich nicht so böse an! Ich glaube jedem Kind, dass es artig sein will. Aber wir wissen ja alle, wie schwer das ist! Lieber eine schöne Geschichte, die ich noch nicht kenne. Und: Böse ist der Weihnachtsmann schon mal gar nicht.

Ich bewundere Ihr Kostüm, das Sie sich gerade übergeworfen haben. Auch die Stiefel wirken wie die von Knecht Ruprecht persönlich. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, Sie sind der einzige, wahre, echte Weihnachtsmann! Den Mantel habe ich mir maßschneidern lassen aus rotem Filz. Darunter trage ich ein polnisches Tanzkostüm, weil das farblich gut passt. Außerdem Ärmelstulpen und Handschuhe, damit mir niemand irgendwo reingucken kann. Ein Kollege von mir wurde mal enttarnt, als ein aufmerksames Kind feststellte, dass er so junge Hände habe.
Gerät man da nicht furchtbar ins Schwitzen? Natürlich, aber dafür trinke ich an einem Tag wie heute sehr viel!

Kommt man als Weihnachtsmann eigentlich selbst noch zum Feiern? Weniger. Aber das macht nichts, da ich meine Arbeit sehr gerne mache. Selbst habe ich zwei erwachsene Kinder. Meist treffen wir uns am ersten oder zweiten Weihnachtstag zum Kaffeetrinken.
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