Der Träger machts - Beschäftigung nach Ein-Euro-Job ist vom Träger abhängig

Vorteile durch Ein-Euro-Job bei Hartz-4?
Hamburg: team.arbeit.hamburg | Nürnberg / Hamburg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg hat in einem Gutachten (07/11) für Hamburg nachgewiesen, dass sogenannte Arbeitsgelegenheiten (Ein-Euro-Jobs) keine größere Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt bringen. Stattdessen wirken sie hinderlich und verbauen die Chance in die Übernahme in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. Besonders die mehrfache Teilnahme an Arbeitsgelegenheiten verschlechtere die Chance auf eine Arbeit. Teilnehmer waren 6.750 Ein-Euro-Jobber und im Vergleich dazu rund 11.000 Nicht-Geförderte in Hamburg.

Chancen steigen mit der Kürze eines Ein-Euro-Jobs

Fazit: Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass sich eine kürzere Verweildauer bis zu vier Monaten in einem Ein-Euro-Job positiver auswirkt, als eine Dauer darüber hinaus.

Die Qual der Wahl des Trägers

Wichtig ist ebenso die Wahl des Maßnahmeträgers. Deutlich höhere Beschäftigungschancen konnten bei 'guten' Trägern ausgewertet werden, die sich an den Interessen der Allgemeinheit – ohne wirtschaftliche Ausrichtung - orientieren. Dabei wurden elf AGH-Träger mit mehr als 200 Teilnehmern bewertet. Jede fünfte Maßnahme endete regulär in die weitere Arbeitslosigkeit. Und ebenfalls endet jede Fünfte durch eine Arbeitsaufnahme oder durch die Aufnahme einer Weiterbildung. Überwiegend enden die Maßnahmen jedoch aufgrund von Fehlzeiten, mangelnde Motivation oder Konflikte am Arbeitsort. Knapp die Hälfte der Befragten geben an, sie hätten von sich aus in ihrem Jobcenter nach dem Ein-Euro-Job gefragt. Weitere 35 Prozent wurde die AGH durch das Jobcenter angeboten und fast jedem Fünften wurde die Teilnahme durch die Arbeitsvermittlung verlangt.


1,40 Euro die Stunde und die Statistik stimmt wieder

In Hamburg werden für das Jahr 2012 rund 4500 Arbeitsgelegenheiten besetzt. Dies sind 4600 weniger als im Jahr zuvor. Sie verdienen 1,40 Euro pro Stunde bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 30 Stunden. Davon zahlen sie noch das Sozialticket des HVV. Mit der Teilnahme in einem Ein-Euro-Job werden die Jobsuchenden nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik gezählt.

Ausgehend von dieser Studie kann gesagt werden, dass die radikale Reduzierung der Ein-Euro-Jobs wohl auch aufgrund dieser Studie in Hamburg vollzogen wurde. Ist der Sinn der Arbeitsgelegenheiten auch infrage gestellt, so sehen über die Hälfte der Befragten (2567) den Vorteil eines kleinen Dazuverdienst sowie einen geregelten Tagesablauf. Ein Viertel erfährt eine größere Lebenszufriedenheit. Nur rund 8 Prozent sagen aus, dass sie keine Vorteile durch den Ein-Euro-Job haben.

Bei der Zuweisung in einen Ein-Euro-Job sollten jedoch die Fähigkeiten eines Arbeitsuchenden berücksichtigt werden, um diesen in eine sinnvolle Maßnahme zu melden. Dabei sind sowohl die Jobcenter als auch die Träger aufgerufen, entsprechende Maßnahmen zu erstellen, um eine passende Zuweisung zu erzeugen.
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
8
R. Fry aus Altstadt | 06.07.2012 | 00:59  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.