Der lange A7-Deckel kommt – nach 22 Jahren!

Protest mit langem Atem: 2008 stellten sich Mitglieder der Initiative „Ohne Dach ist Krach“ für dieses Foto auf die Autobahnbrücke. Foto: ch

Senat und Bezirk Altona unterschreiben Absichtserklärung – Baubeginn frühestens in drei Jahren

Vor 22 Jahren machte sich die Bürgerinitiative „Ohne Dach ist Krach“ erstmals dafür stark, die A7 nördlich des Elbtunnels zu überdeckeln. Am Montag fand sich die Forderung nun in einer verbindlichen Absichtserklärung („Letter of Intent“) wieder, die Wirtschaftssenator Frank Horch, Bezirksamtsleiterin Liane Melzer und Frank Toussaint (Präsident der Bezirksversammlung) im Altonaer Rathaus unterschrieben.

„Auf diesen Tag haben die Altonaer lange gewartet“

Nachdem in Schnelsen bereits mit dem Bau des Deckels begonnen wurde, kommt damit der „lange Deckel“, der vom Volkspark bis zur Behringstraße reicht. Bürgermeister Olaf Scholz war bei der Unterzeichnung dabei: „Der lange Deckel bringt nicht nur Lärmschutz, er ermöglicht auch 2.500 neue Wohnungen in Altona, einen großen neuen Grünzug vom Volkspark bis zur Elbe und verbindet als Stadtreparatur lange getrennte Stadtteile.“
Was Scholz meint: Als die Autobahn 1975 fertig wurde, waren zusammenhängende Stadtteile wie Bahrenfeld geteilt. Grüngebiete wie der Lutherpark wurden von Wohngebieten abgeschnitten. „Auf den heutigen Tag haben die Altonaer lange gewartet. Endlich wird der Riss, der den Bezirk seit rund vier Jahrzehnten zerteilt, wieder geschlossen werden. Altonaer Bürger, aber auch die Mitglieder der Bezirksversammlung, haben sich über Jahrzehnte dafür eingesetzt, die Autobahn zu überdeckeln“, sagte Frank Toussaint (SPD).
Auf den neuen Entwicklungsflächen in der Nähe der Autobahn werden nach gegenwärtigem Stand mehr als 2.500 Wohnungen geschaffen. Dort sind bislang rund 530 Kleingärten, die verlagert werden müssen. Ersatzflächen für die Laubenpieper will die Stadt innerhalb Altonas bereitstellen. Da nicht alle Kleingärten auf den Deckel verlagert werden können, sind zusätzliche Ersatzflächen außerhalb des Deckels erforderlich.
Der Deckel wird rund 2,3 Kilometer lang. Davon wird der Bund als Schallschutz rund 730 Meter finanzieren. „In etwa drei bis vier Jahren wollen wir mit dem Bau beginnen“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch. Die endgültige Finanzierung stehe allerdings noch aus, das Geld soll durch den Verkauf der Kleingartengrundstücke eingenommen werden.
Ob der lange Deckel ohne die Beharrlichkeit derAnwohner gekommen wäre? Wahrscheinlich nicht. „Mein besonderer Dank gilt der Initiative ‚Ohne Dach ist Krach‘ für ihr über 20 Jahre währendes unermüdliches Engagement für den Bau des De-ckels“, formulierte es Bezirksamtsleiterin Liane Melzer.
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