Der Balkon ist ihre Bühne

Noch ohne Freibeuter-Kostüm: Michael Borkowsli (l.) und Peter Wulf bei den Proben. Foto: cvs

Altona macht auf mit Theaterstück über Altonas Freibeuter

Ch. v. Savigny, Altona

Zu den Requisiten gehören eine Schatzkiste, ein aufblasbarer Gummi-Hai, ein Totenschädel und ein sprechender Spielzeug-Papagei namens „Lora“: Anlässlich ihres fünften Auftritts beim Balkontheater „Altona macht auf“, das im Rahmen der Altonale über die Bühne geht, haben sich die beiden Altonaer Hobbyschauspieler und Elbe Wochenblatt Bürgerreporter Peter Wulf und Michael Borkowski mal wieder schwer ins Zeug gelegt.
„Es geht um Piraten“, verrät Borkowski. Genauer gesagt, um die bislang noch gänzlich unbekannte Spezies der „Altona-
Piraten“, über deren Tun und Treiben laut Ankündigung sogar „in 3D“ berichtet werden soll. Rund sechs Minuten dauert das Stück, das die beiden junggebliebenen 57-Jährigen Ende Juni auf Borkowskis Balkon aufführen werden. Eines kann man mit Sicherheit erwarten: Dass es lustig wird. „Letztes Jahr haben sich die Leute gekringelt vor Lachen“, sagt Wulf. „So etwas spornt natürlich an!“.

Zweimal pro Woche wird derzeit geprobt. Der Soundtrack mit Musik und Meeresrauschen ist bereits fertig, jetzt wird noch der richtige Seemannsgang geübt. „Die Bewegungen müssen überdeutlich sein, damit es auch jeder mitkriegt“, erklärt Borkowski, der als Bootsmann „Messerjockel“ agieren wird. Sein Kompagnon Wulf gibt den „Käptn Lausebart“. Natürlichkeit und Spontaneität sind wichtige Elemente. „Man muss jung denken und jung handeln“, sagt Borkowski.
Hauptsächlich wird natürlich Seemannsgarn gesponnen. Ein bisschen geschichtliches Wissen lassen die beiden Akteure aber immer mit einfließen. Borkowski arbeitet als Ölmaler und sammelt allerlei historischen Krimskrams, Wulf ist Musiker und Fotograf. Beide engagieren sich nebenbei als Bürgerreporter beim Wochenblatt. In den vergangenen Theater-Aufführungen ging es unter anderem um die Herkunft des Namens „Altona“ – so wie es hätte sein können jedenfalls. Bei den geführten Altonale-Touren im Rahmen von „Altona macht auf“ ist der Balkon in der Struenseestraße 15 regelmäßig ein Highlight. Vom Sender Tide-TV, der letztes Jahr eine kurze Dokumentation über die beiden Theatermacher drehte, gab's ein besonderes Lob. Dort wurden Borkowski und Wulf als „die heimlichen Könige des Balkontheaters“ tituliert.
„Altona macht auf“ hat in diesem Jahr den Stadtteilkulturpreis verliehen bekommen. Rund 300 Balkone, von denen einige für mehrere Aufführungen genutzt werden, öffnen ihre Türen. 1.000 Beteiligte treten auf.

❱❱ Altona macht auf
Freitag, 23./ Mittwoch, 28. Juni. Infos und Uhrzeiten unter
www.altona-macht-auf.de
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