Denkmal für einen mutigen Kapitän

Leonid Rosin und Zinaida Dimitriouk planen ein neues Projekt.

Leonid Rosin und Zinaida Dimitriouk wollen Gustav Schröder ehren.

Von Miriam Roersch.
Im Papageienfischland, dem „Land der guten Nachbarn“, ist schon viel bewegt worden. Die Gründer Leonid Rosin und Zinaida Dimitriouk setzen sich ein für ein friedliches Miteinander. Darüber hinaus wollen sie das Andenken an Opfer und Helden im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit lebendig halten. Zum Beispiel das Andenken an Gustav Schröder.
Der Kapitän hat 906 Juden vor den Nationalsozialisten beschützt (siehe Infokasten). Im Jahr 2014 ist das 75 Jahre her. Rosin und Dimitriouk wollen zu diesem Jubiläum eine Gedenkstätte schaffen, die an die Zivilcourage des Kapitäns erinnert.
Visionen sind schon da: Das Paar sieht am Tunnel zum Fischmarkt eine gute Möglichkeit, ein Denkmal zu platzieren. Sie stellen sich ein blaues Metallgebilde vor, der Kontur eines Schiffes nachempfunden. Das würde aufmerksam machen, ohne zu stören. Eine Gedenktafel mit Informationen über Gustav Schröder könnte in unmittelbarer Nähe aufgestellt werden.
Im angrenzenden Park möchten Rosin und Dimitriouk in einem bunten Bauwagen Besuchern etwas über den Kapitän und das Papageienfischland erzählen. Die Kosten für das Projekt spielen für Rosin und Dimitriouk noch keine Rolle. Den beiden ist wichtig, dass sich viele Menschen für ihre Idee begeistern und mitwirken: mit Einfällen, mit Einfluss und hoffentlich auch mit finanziellen Mitteln.
Schon jetzt steht ihr kleiner Garten, das Papageienfischland, für Gespräche quer durch alle Nationalitäten und Kulturen zur Verfügung. Vielleicht ist dieser Platz auch ein idealer Ort, um sich mit dem Projekt „Gustav Schröder“ auseinanderzusetzen: Nachbarn und Politiker sind herzlich willkommen.
Leonid Rosin und Zinaida Dimitriouk haben den Verein „Papageienfischland“ 1997 gegründet. „Im Land der guten Nachbarn – Verein der Migranten“ sollen Vorurteile abgebaut und Grenzen durchbrochen werden. Mit fröhlichen Festen, symbolischen Aktionen und ganz viel Enthusiasmus setzen Rosin und Dimitriouk sich dafür ein, dass in Altona-Altstadt Fremde zu Freunden werden, unabhängig von Herkunft und Nationalität. Kontakt: museumpfl@googlemail.com

Wer war Kapitän Gustav Schröder?
Am 13. Mai 1939 fuhr Kaputän Gustav Schröder mit dem HAPAG-Dampfer St. Louis von Hamburg nach Kuba. Von den 937 jüdischen Passagieren, die auf der Flucht vor der Verfolgung in Deutschland waren und in Kuba die Einreisegenehmigung für die USA abwarten wollten, durften nur 23 in Havanna an Land gehen.
Die St. Louis kreuzte vor Florida. Da auch die USA das Schiff abwiesen, erhielt Kapitän Schröder Order, die Rückfahrt anzutreten. Aus Angst vor der Deportation in Konzentrationslager gerieten die Passagiere daraufhin in Panik und drohten mit Massenselbstmord und Meuterei. Durch Schröders Bemühungen erhielten die bedrohten Passagiere die Möglichkeit, am 17. Juni 1939 in Antwerpen von Bord zu gehen.
Etwa ein Viertel der Flüchtlinge wurde im rettenden England, die anderen in Belgien, Frankreich und den Niederlanden verteilt, wo sie während der deutschen Besatzung wieder in die Gewalt der Nazis gelangten und später in Vernichtungslager gebracht wurden.
Vom Staat Israel wurde Kapitän Schröder postum in den Kreis der „Gerechten unter den Völkern“ aufgenommen. An den Landungsbrücken weist eine Gedenktafel auf Schröder hin. (Quelle: Wikipedia)
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.