Demonstration "Mietenwahnsinn stoppen"

Mietenwahnsinn stoppen - Wohnraum vergesellschaften - Demonstrationszug
 
Polizeitreff in Ottensen - Bahnhof Altona
Bezirk Altona: Altona | „Es ist es schwer, etwas Preisgünstiges zu finden“ - Valentin (20 Jahre – Auszubildender). Eine Begründung zur Teilnahme an der Demonstration „Mietenwahnsinn stoppen“ in Hamburg. Rund 4400 Teilnehmer demonstrierten gegen steigende Mieten in Hamburg. Der Treffpunkt um 13.00 Uhr am Millerntorplatz in St.Pauli zeigte zahlreiche bunte Banner und selbstgestaltete Plakate. Tomte-Sänger Thees Uhlmann sang im Auftakt Stücke wie „Die Schönheit der Chance“. Der Menschenzug zog nach der Auftaktkundgebung anschließend in zahlreicher Polizeibegleitung über die Reeperbahn, Große Bergstrasse bis nach Ottensen. Einen Zulauf zum Demonstrationszug von wartenden Passanten an den Straßen konnte beobachtet werden. Dem schlossen sich auch rund 550 linksorientierte Autonome an. Während des Marsches konnten laut Polizeiaussagen kleinere Ausschreitungen unter Kontrolle gebracht werden. Farbgefüllte Flaschen wurden auf ein SPD-Politbüro geworfen und zwei PKW leicht beschädigt. Einzelne Demonstranten störten den Ablauf durch einen Angriff auf die Polizisten. Dabei warfen sie Flaschen und gingen mit Holzlatten gegen die Polizei vor. An der Abschlusskundgebung am Alma-Wartenberg-Platz in Ottensen versammelten sich noch rund 2.700 Teilnehmer. Valentin (20), Jesse (20) und Kim (23) - drei jungen Menschen als Teilnehmer bei der Demonstration. Welche Alternativen sehen sie zu den steigenden Mieten? „Leerstehende Büroflächen und Gebäude könnten zum Wohnraum umgestaltet werden“, so Jesse. Der Wunsch nach preisgünstigem Wohnraum spiegelte sich im Gespräch mit drei aktiven jungen Menschen wieder. Nach intensiver Suche, mit den Bürgschaften der Eltern in der Tasche, fanden Valentin als Auszubildender zum Zimmermann und Jesse als Student der Hochschule für angewandte Wissenschaft (HAW) in Hamburg-Hohenfelde eine bezahlbare 3-Zimmer-Wohnung. Bezahlbar für 8,30 Euro Warmmiete pro Quadratmeter. HAW-Student Jesse kritisierte den mangelnden Wohnraum für Studenten. „Es war bekannt, dass ein doppelter Abiturjahrgang dieses Jahr den Abschluss haben wird“. Valentin nickte zustimmend und erwähnte den Wegfall der Wehrdienstpflicht sowie die Abschaffung des Zivildienstes. „Auch dieses führt zu einer Steigerung von Studenten und Auszubildenden“. Kim, Auszubildende zur Mediengestalterin aus Lüneburg, bevorzugt zunächst weiter ihren Ausbildungsort in Lüneburg. Den Blockunterricht in Hamburg pendelt sie täglich mit dem Metronom von dort. Eine Wohnung in Hamburg kann sie sich nicht leisten. Den Blick auf die zahlreich vertretenen Polizeiwagen am Taxiplatz in Ottensen gerichtet, beschlossen sie zum 50. Geburtstag der Mutter von Valentin zu gehen. Sie wollten nicht in Ausschreitungen hinein geraten. Drei junge Menschen, welche direkt vom fehlenden preisgünstigen Wohnungsbau betroffen waren und sind. Drei jungen Menschen, welche die Hoffnung besitzen durch ihre friedliche Teilnahme etwas ändern zu können. Und drei jungen Menschen, welche davon enttäuscht waren, dass keine aktive regierende politische Partei aus Hamburg sichtlich vertreten war.
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