Dem Glück Beine gemacht

Im Rahmen einer Werbeaktion machten Mitarbeiter der Europa-Passage Fotos von Passanten. Gegen Namen und Adresse des Porträtierten gab es das Foto in die Hand und dazu die Aussicht auf einen Gewinn-Gutschein. Heinz Mann machte mit – und hatte danach ein bisschen Ärger, bis er seinen Gewinn in Empfang nehmen konnte.

Gewinnspiel-Veranstalter zahlte Preis nicht aus ­– Opfer wehrte sich mit Erfolg

Dass es sich lohnt, für sein Glück zu kämpfen, beweist das, was Heinz Mann (64) bei einem Gewinnspiel erlebt hat. Erst freute er sich: 100 Euro gewonnen! Aber als er seinen Gewinn einlösen wollte, hieß es plötzlich: „Tut uns schrecklich leid, das war ein Versehen.“ Heinz Mann ließ sich nicht ins Bockshorn jagen und kassierte seinen Gewinn am Ende doch.
Heinz Mann erinnert sich: „In der Europa-Passage konnte man sich fotografieren lassen und Namen und Adresse für ein Gewinnspiel dalassen. Damit hatte man die Chance, Gutscheine zu gewinnen“, erzählt der St. Paulianer. Und tatsächlich: Ein paar Tage später bekommt er einen Brief. „Herzlichen Glückwunsch, hiermit übersenden wir Ihnen einen 100 Euro Gutschein für Ihren nächsten Einkauf bei Cyberport.“
Der glückliche Gewinner weiß schon genau, was er haben will: eine Kaffeemaschine mit allem Drum und Dran. 103 Euro und 80 Cent soll das gute Stück kosten. Den Gutschein hat er dabei, das Kleingeld abgezählt in der Hand, als der Kassierer plötzlich sagt: „Das ist ein Versehen, der Gutscheincode sagt, sie haben nur 25 Euro gewonnen.“ Kaffeemaschine wieder ins Regal.
Heinz Mann beschwert sich bei der Firma und bekommt schriftlich eine freundliche, aber beinharte Antwort: „Leider ist uns bei der Gutscheinhöhe ein Missgeschick passiert. Ihr Gewinn bezieht sich auf einen 25 Euro Gutschein. Trotzdem viel Spaß beim Einlösen.“
Nicht mit mir, denkt Mann und geht zum Rechtsanwalt. Der schreibt einen Brief – und prompt kommt das nächste Schreiben von Cyberport: „Sie teilten uns über Ihren Anwalt mit, dass Sie den zugesendeten Gewinn in Höhe von 25 Euro nicht akzeptieren. Anbei erhalten Sie den urspünglichen gesendeten Gewinn – einen Gutschein über den Betrag von 100 Euro.“
Masche oder tatsächlich ein Versehen? Das Wochenblatt hat bei Cyberport nachgefragt. Marketing-Mitarbeiter Stephan Weckschmied: „Masche ist das natürlich nicht! Das war ein Versehen, das auch noch drei andere Kunden betraf. Ein Fehler von unserer Seite, für den wir natürlich geradestehen.“
Aber erst, wenn der Rechtsanwalt schreibt.
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